Referenz · Betonkosmetik in Bad Berka
Eine Schule aus Sichtbeton. Weit über 500 Stellen, Brett für Brett repariert.
Als wir die Grundschule in Bad Berka zum ersten Mal betreten haben, stand noch der nackte Rohbau. Die Wände aus Sichtbeton mit Holzbrettschalung sollten später das Gesicht der Schule sein, doch Kiesnester, ausgebrochene Ankerkonen, abgeplatzte Kanten und eine Wand mit aufgerissener Betonhaut standen dem im Weg. In fünf Einsätzen haben wir Stelle für Stelle repariert und dabei die Maserung der Bretter wieder mitgenommen, damit man den Wänden heute nicht mehr ansieht, wo wir waren, und die Schule ihren Industrielook behält.
Auf einen BlickWas in diesem Gebäude zu tun warEin Bild, zwei Zustände: im kleinen Fenster der Rohbau, groß die fertige Schule.
Auf einen Blick
Stelle für Stelle, von Hand aufgebaut
weit über500
Fehlstellen im ganzen Gebäude, und wir haben sie einzeln aufgebaut. Jede Kachel hier ist ein Foto einer echten Stelle aus dieser Schule, aufgenommen, bevor wir angefangen haben.
- Geschichten9von der großen Wandfläche bis zur Mauerkrone im Außenbereich
- ZielSB2 bis SB3die Sichtbetonklasse, auf die wir die Flächen bearbeitet haben
- Mauerkrone8,26 m30 cm breit, mit Epoxidmörtel erhöht und neu versiegelt
Vorgefunden
Was der Beton mitgebracht hat
Ein Neubau aus Sichtbeton mit Holzbrettschalung ist eine schöne Sache, solange die Betonhaut geschlossen ist. Hier war sie an sehr vielen Stellen offen. In Fluren, Klassenräumen und Treppenaufgängen lagen Kiesnester frei, also Stellen, an denen der Zementleim fehlt und das Korn offen liegt. Ankerkonen waren ausgebrochen, Kanten und Fasen abgeplatzt, und rund um viele Aussparungen für Schalter und Steckdosen war der Beton ausgeblutet. Zweimal fehlte ein Stück Beton von je rund 30 Zentimetern: einmal mitten in einer Wand, einmal an einem Pfeiler rund um ein Spindelloch.
Dazu kamen Schalungsfugen, an denen der Beton ausgelaufen war, wolkige Flächen und eine große Wandfläche, deren Haut beim Ausschalen über weite Teile aufgerissen war. Wo schon einmal ausgebessert worden war, passten Farbton und Struktur nicht zum Beton. Diese Stellen haben wir zuerst von Hand zurückgebaut, damit wir sauber neu aufbauen konnten.

Abplatzung an der Kante: Abplatzung an einer Kante mit freiliegendem Korn. 
Kiesnest an der Schalungsfuge: Kiesnest entlang einer Schalungsfuge. 
Ausgebrochener Ankerkonus: Ausgebrochener Ankerkonus mit offenem Rand. 
Ausgeblutete Steckdosen-Aussparungen: Aussparungen für Schalter und Steckdosen, rundherum ausgeblutet. 
Abgeplatzt und ausgesandet: Abgeplatzte Ecke, von dort läuft die Aussandung nach rechts in die Fläche. 
Ausgelaufene Schalungsfuge: Ausgelaufene Schalungsfuge mit Kiesnestband. 
Konus mit Stopfen: Konus mit Stopfen, Rand ausgebrochen. 
Frühere Ausbesserung: Frühere Ausbesserung an der Fuge, Farbton und Struktur passen nicht.
Neun Geschichten aus einem Gebäude
Ein Brett, eine Geschichte
Wähle ein Brett, um zu sehen, wie wir an dieser Stelle gearbeitet haben.
Geschichte 1 von 9 · rund 425 Stunden
Weit über 500 Stellen in Fluren, Räumen und Treppenaufgängen
Der größte Teil der Arbeit steckt in den vielen einzelnen Stellen. Wir sind Abschnitt für Abschnitt durch das Gebäude gegangen: vorbereiten, grob füllen, mit dem Allrounder strukturieren, fein spachteln und zum Schluss im Farbton retuschieren. In den Treppenaufgängen lief jede umlaufende Schalungsfuge als eigene Baustelle mit.

Vorgefunden
An der Fuge im Treppenaufgang war der Beton ausgelaufen, eine frühere Ausbesserung passte im Farbton und in der Struktur nicht. 
Zurückgebaut und abgeklebt
Die alte Ausbesserung haben wir von Hand entfernt, die Fuge vorbereitet und sauber abgeklebt. 
Schadband freigelegt
Im nächsten Aufgang zeigt sich das Kiesnestband an der Fuge, bevor wir es grob schließen. 
Grob geschlossen
Nach der Grobkosmetik liegt die Fuge wieder auf einer Höhe mit der Wand. 
Fein gespachtelt
Mit dem Feinspachtel bauen wir die Brettstruktur wieder auf, wechselseitig Feld für Feld. 
Fertig
Die Fuge im Treppenaufgang ist geschlossen, die Holzmaserung läuft wieder durch. 
Der ganze Aufgang
Von unten gesehen: Wand und Fuge nach Retusche im Farbton der Umgebung.
Geschichte 2 von 9 · 13,5 Stunden für die Deckschichten
Eine stark geschädigte Wandfläche bekommt ihre Bretter zurück
Diese Wand war die größte Herausforderung im ganzen Gebäude. Beim Ausschalen war die Betonhaut über große Teile aufgerissen, die Kiesnester gingen fast in die ganze Fläche über, von der Holzmaserung war kaum etwas übrig. Wir haben die Wand nach der Grobkosmetik geschliffen und grundiert, in zwei Rasterfeldern wechselseitig vorstrukturiert und danach in zwei Durchgängen retuschiert. Dazwischen lagen immer Trocknungszeiten, in denen wir an anderen Stellen im Haus weitergearbeitet haben.
Verlauf an der Wand

Nach der Grobkosmetik 
Geschliffen und grundiert 
Erstes Rasterfeld abgeklebt 
Die ersten Bretter vorstrukturiert 
Erstes Rasterfeld im ersten Durchgang 
Nach dem Trocknen 
Klebeband ab, Streifen im zweiten Durchgang 
Zweites Rasterfeld abgeklebt 
Die anderen Bretter folgen 
Beide Felder vorstrukturiert 
Retusche im ersten Durchgang 
Retusche im zweiten Durchgang 
Fertig
Nach der Grobkosmetik
Stufe 1 von 13Ganz nah: Die Maserung jedes Bretts wird von Hand nachgebildet, mit Feinspachtel, Pinsel und Schwamm.

Fast zwei Jahre später, im fertig ausgebauten Raum mit Holzdecke und Boden.
Geschichte 3 von 9 · 8,26 m · 28,5 Stunden
Eine Mauerkrone, die Regen und Frost wieder standhält
Im Außenbereich stand eine Mauer, deren Krone ausgewaschen und uneben war. Hier ging es zuerst um Sanierung und erst danach um Betonkosmetik: Die Krone sollte dicht werden und etwas höher, und am Ende trotzdem wie Sichtbeton aussehen. Es war Frühjahr, die Nächte noch frostig, deshalb haben wir die frischen Schichten jeden Abend mit Dämmplatten abgedeckt.
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Tag 1
Schleifen, abkleben, zweimal grundieren
Video: Schleifen mit dem Sanierungsschleifer und der Diamantscheibe. Mit dem Sanierungsschleifer und der Diamantscheibe haben wir die Krone abgeschliffen und gereinigt, die Seiten abgeklebt, damit nichts auf den Sichtbeton läuft, und zweimal mit einer Epoxidgrundierung von PCI grundiert. In die zweite Lage kam Quarzsand, als Haftbrücke für alles, was danach folgt.
Nachts gegen Frost mit Dämmplatten abgedeckt
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Tag 2
Einschalen und Epoxidmörtel einbauen
Video: Epoxidmörtel wird mit der Glättkelle geglättet. -
Tag 3
Ausschalen und wieder Beton daraus machen
Video: Allrounder auf Korn aufziehen und mit der Kellenrückseite schneiden. Epoxidmörtel sieht nicht aus wie Sichtbeton. Nach dem Ausschalen haben wir ihn angeschliffen, grundiert und die ganze Krone mit dem Allrounder als 2K-Spachtel überzogen: auf Korn aufgezogen und mit der Rückseite der Kelle geschnitten. So entsteht eine neue Sinterschicht, ohne dass wir Schicht auf Schicht aufbauen. Danach folgte der Feinspachtel an Kopf und Seiten.
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Tag 4
Retusche mit dem Naturschwamm
Video: Retusche mit dem Naturschwamm in Tupftechnik. Im Farbton der umliegenden Flächen haben wir die Krone in zwei Durchgängen mit dem Naturschwamm retuschiert und die Seitenwand angepasst.
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Tag 4 und 5
Dreimal versiegelt
Links die fertige Krone auf ganzer Länge, rechts derselbe Abschnitt vor der Arbeit.
Geschichte 4 von 9 · rund 30 Zentimeter
Eine Abplatzung von rund 30 Zentimetern, Schicht für Schicht geschlossen
Mitten in einer Wand fehlte ein Stück Beton von rund 30 Zentimetern, zu tief, als dass Spachtel allein halten würde. Wir haben den Grund gereinigt und gestockt, damit sich der Mörtel verkrallen kann, grundiert und tragfähigen Grobmörtel eingebracht. Unter Folie härtet er im eigenen Saft aus und bleibt stabil. Nach dem Trocknen haben wir die Fläche strukturiert und den Farbton mit einer ersten Retusche voreingestellt.
Eine Stelle, fünf Schritte

Gereinigt und gestockt 
Grundiert 
Grobmörtel eingebracht, unter Folie 
Getrocknet, noch ohne Retusche 
Strukturiert, Farbton voreingestellt
Die Folie hält die Feuchtigkeit im Mörtel, bis er durchgehärtet ist. Die Retusche im Farbton der Wand kam danach zusammen mit den übrigen Stellen im Haus.
Geschichte 5 von 9 · rund 30 cm · neuer Konus
Aus einem Spindelloch wird wieder ein Ankerkonus
Die zweite Abplatzung von rund 30 Zentimetern saß an einem Pfeiler: Rund um ein Spindelloch war das Stück Beton herausgebrochen, Risse liefen in die Fläche. Wir haben die Stelle gereinigt, gestockt und grundiert, Grobmörtel eingebracht und ihn unter Folie aushärten lassen. Danach haben wir die Holzstruktur wie im Original nachgebildet und an der Stelle des Spindellochs den Ankerkonus modelliert, der dort vorgesehen war.
Vom Loch zum Konus

Vorgefunden 
Gereinigt, gestockt und grundiert 
Grobmörtel eingebracht, unter Folie 
Holzstruktur nachgebildet, Konus modelliert 
Fertig, mit neu modelliertem Ankerkonus
Alle fünf Bilder sind vom selben Standpunkt aufgenommen: Wo vorher nur ein Loch war, sitzt heute ein sauber modellierter Konus in der Brettstruktur.
Geschichte 6 von 9 · rund 20 Zentimeter
Eine Vordachkante bekommt ihre Holzstruktur zurück
Außen an einer Vordachkante war ein Stück Beton von rund 20 Zentimetern abgeplatzt. Wir haben die Stelle grob und mittel aufgebaut, die Maserung mit dem Naturschwamm nachgebildet, die Fläche drumherum mit dem Schleifvlies gereinigt und mit Beton Revive in mehreren Lasuren retuschiert.
Drei kurze Filme von der Kante
Geschichte 7 von 9 · 17,5 m² · rund 5 Stunden
Eine wolkige Innenwand, die wieder nach Sichtbeton aussieht
Im Obergeschoss stand eine Wand über der Garderobe, die sehr dunkel und wolkig wirkte, mit deutlichen Abzeichnungen. Hier gab es kaum Löcher zu schließen, es ging um das Bild der ganzen Fläche. Wir haben sie mit der Naturschwammrolle retuschiert, den ersten Durchgang mit dem Schleifvlies nachbehandelt und dann ein zweites Mal retuschiert.
Zeitraffer: Retusche mit der Naturschwammrolle und Zwischenschliff.
Für rund 17,5 Quadratmeter in zwei Durchgängen mit Zwischenschliff brauchten wir rund fünf Stunden. Auf dem Bild direkt danach ist die Lasur noch nicht ganz trocken, zwei Monate später zeigt die Wand ihren endgültigen Ton.


Geschichte 8 von 9 · ein voller Arbeitstag
Ein Schalungsstreifen an der Außenwand, der wieder Teil der Wand wird
An einer Außenwand stießen drei Teile aufeinander: oben die Wand, in der Mitte ein Deckenspiegel und darunter wieder Wand. Der Streifen in der Mitte sollte nicht mehr als eigenes Stück auffallen. Wir haben ihn plan geschliffen, Ankerkonen geschlossen und die Holzbrettstruktur der Wand über den Streifen hinweg nachgebildet.
Anleitung, Teil 1
Schleifen, grundieren, mittlere Betonkosmetik und das grobe Vorstrukturieren der Brettfugen.
Anleitung, Teil 2
Feinspachtel, Maserung mit dem Pinsel, Vorretusche und Lasur mit dem Naturschwamm.
So sind wir vorgegangen
- Erhöhungen und den Deckenspiegel mit dem Diamantschleiftopf auf eine Ebene schleifen, Staub gründlich abkehren.
- Nur die Stellen grundieren, die gespachtelt werden, an den Rändern dünn auslaufen lassen. Bei Wärme bleibt die Fläche so länger verarbeitbar als nur mit Wasser vorgenässt.
- Vertiefte Stellen mit mittlerer Betonkosmetik ausgleichen und die Fugen der Bretter grob vorstrukturieren, solange das Material leicht angezogen ist.
- Mit dem Schleifstein leicht über das Korn gehen, reinigen, neu grundieren und den Feinspachtel auftragen, mit der Kellenrückseite auf das Niveau des Betons abziehen.
- Die Holzmaserung im feuchten Spachtel mit einem steifen Pinsel andeuten, nach etwa einer Stunde Trocknung die Übergänge leicht anschleifen.
- Vorretusche im eingestellten Farbton, danach Lasur im Verhältnis rund ein Teil Lasur zu 0,7 Teilen Wasser, zuletzt dicker angemischt mit der Kurzflorrolle aufgetragen und mit dem Naturschwamm in Wellen entlang der Maserung gezogen.
Geschichte 9 von 9 · ausräumen und neu aufbauen
Ankerkonen, die wieder zum Beton passen
An einer Reihe von Ankerkonen im Außenbereich steckte ein heller Mörtel, der auf dem dunkelgrauen Beton schon von Weitem auffiel. Wir haben die Füllungen ausgeräumt, die Konen vorbereitet und grundiert, dann grob eingeschnitten, mittel und fein gespachtelt und zum Schluss mit dem Naturschwamm im Farbton der Wand retuschiert. Bei den Treppenläufen innen haben wir die gehärteten Konen später noch einmal geschliffen, fein gespachtelt und retuschiert.
Zusammenschnitt: vom hellen Pfropfen bis zum fertigen Konus.


Der helle Pfropfen im Konus, vorher. 
Ausgeräumt, grundiert, grob eingeschnitten. 
Retusche mit dem Naturschwamm. 
Video: Die fertigen Konen in der Wand.
Werkzeug und Material
Gemischt wird vor Ort

Unsere eigenen Mischungen in kleinen Eimern. 
Mischbecher und Feinwaage. 
Feuchtemesser an der Wand. 
Mengen direkt auf der Folie notiert.
Fertige Farbtöne aus dem Eimer gibt es für diese Arbeit nicht. Für jeden Bereich mischen wir unsere eigenen Pigmentmischungen an, meist stehen vier bis sechs kleine Eimer nebeneinander, die wir im Laufe des Tages immer weiter anpassen. Abgewogen wird auf der Feinwaage, notiert direkt auf der Abdeckfolie.
An kalten Tagen messen wir Bauteiltemperatur und Feuchte. Unter 5 Grad am Bauteil wird nicht gespachtelt und nicht retuschiert, sonst härtet nichts so aus, wie es soll.
Was wir hier eingesetzt haben, und wie viel
- Betonkosmetik Grob G2511,9 kgtiefe Stellen und Abplatzungen füllen
- Allrounder Uni26,2 kgstrukturieren, außen als 2K-Spachtel
- xFein Feinspachtel13,5 kgFeinkosmetik und Brettstruktur
- Beton Revive14,4 kgRetusche und Lasur im Farbton
- Splash4 kgRetusche in zwei Durchgängen, mit PolyPlus als 2K angemischt
- PolyPlus 5124,8 kgAnmachwasser für die 2K-Mischungen, unter anderem mit Splash
- PolyUni4,7 kgGrundierung der vorbereiteten Stellen und der Mauerkrone
- PolySealer 2K0,65 kgVersiegelung der Mauerkrone in drei Durchgängen
- Epoxidgrundierung von PCI1,9 kgHaftbrücke auf der Mauerkrone, mit 4 kg Quarzsand abgestreut
- Mörtel auf Epoxidharzbasis30,4 kgErhöhung der Mauerkrone und ein aufgefüllter Balkoneinlauf
Dazu kamen 7 Rollen Goldband zum Abkleben, 18 Meter Schalholz für die Mauerkrone und zwei Mohair-Walzen. Mengen laut Bautagebuch, über alle fünf Einsätze zusammengezählt. Nicht an jedem Arbeitstag ist der Verbrauch eingetragen, die tatsächlichen Mengen liegen also etwas höher.
Eigenes Produkt von rauMKult®, im Shop erhältlich. Sanierungsschleifer mit Diamantscheibe, Glätt- und Klettkelle, Naturschwamm und Naturschwammrolle, Kurzflorrolle, Schleifvlies und Schleifstein, Feinwaage, Feuchtemesser und Thermometer.
Nachher
Unsere Arbeit, jetzt Teil der Schule

Klassenraum: lange Sichtbetonwand hinter den Tischen, darüber die Holzlamellendecke. 
Raum mit Holzbank und Regalen, eingefasst von Sichtbetonwänden. 
Flur mit Holzdecke und Betonunterzug, links eine Holzbank vor der Sichtbetonwand. 
Flur: rechts Holzdecke, in der Mitte der Betonunterzug, links Betondecke und Betonwand. 
Garderobe aus Holz am Eingang, rundherum Sichtbeton. 
Langer Flur: links Sichtbetonwand, rechts Holzschränke, oben Holzdecke. 
Treppenhaus mit Wänden und Stufen aus Sichtbeton. 
Sportraum: hinten die Betonwand, oben Holzdecke, an der Seite die Kletterwand aus Holz. 
Derselbe Sportraum im Weitwinkel, hier mit mehr Sichtbeton an den Wänden. 
Klassenraum mit langen Tischen vor der Sichtbetonwand. 
Aus dem Flur durch die Trennwandfenster in den Nachbarraum geschaut. 
Garderobenflur fast ganz aus Holz, vorne grenzen Betonstützen an die Einbauten.
Holzdecken, Holzeinbauten und dazwischen der Sichtbeton: So sieht die Schule jetzt aus, in den Fluren, den Klassenräumen, im Sportraum mit der Kletterwand und im Treppenhaus. An diesen Wänden haben wir Stelle für Stelle gearbeitet. Jedes Bild steht zwölf Sekunden, mit den Pfeilen oder den kleinen Bildern blätterst du selbst.
Der Rundgang läuft nur, wenn du ihn startest. Jede Bedienung hält ihn an.
Häufige Fragen
Was Leser wissen wollen
Wie lange dauert Betonkosmetik in einem ganzen Schulgebäude?
In Bad Berka waren es rund 540 Arbeitsstunden, verteilt auf fünf Einsätze und 61 Arbeitstage. Gut drei Viertel davon, rund 425 Stunden, stecken in den vielen einzelnen Stellen in Fluren, Räumen und Treppenaufgängen. Wie lange es bei euch dauert, hängt vom Schadensbild und von der Sichtbetonklasse ab, die erreicht werden soll.
Wie viele Fehlstellen kann ein Sichtbeton-Neubau haben?
Hier waren es weit über 500: Kiesnester, ausgebrochene Ankerkonen, offene Spindellöcher, ausgeblutete Aussparungen für Schalter und Steckdosen, abgeplatzte Kanten und Fasen, ausgelaufene Schalungsfugen und eine große Wandfläche mit aufgerissener Betonhaut. Wir arbeiten so etwas in Abschnitten ab und nicht Stelle für Stelle quer durchs Haus, damit Trocknungszeiten sinnvoll genutzt werden.
Was ist ein Kiesnest und lässt es sich reparieren?
An einem Kiesnest fehlt der Zementleim zwischen den Steinen, das Korn liegt offen. Wir bereiten die Stelle vor, grundieren, füllen sie grob, strukturieren sie mit dem Allrounder nach und gleichen sie im Farbton an. Bei Holzbrettschalung bilden wir dabei auch die Maserung wieder nach.
Kann man die Holzbrettstruktur im Sichtbeton nachbilden?
Ja. Wir bauen die Fläche mit Feinspachtel auf, ziehen die Maserung im feuchten Material mit einem steifen Pinsel vor und arbeiten sie nach der Trocknung mit Lasur und Naturschwamm in Wellen entlang der Brettrichtung heraus. An der großen Wandfläche in Bad Berka haben allein Schleifen, Grundieren, Vorstrukturieren in zwei Rasterfeldern und zwei Durchgänge Retusche rund 13,5 Stunden gedauert.
Wie macht man eine Mauerkrone aus Beton wieder dicht?
Wir haben die 8,26 Meter lange und 30 Zentimeter breite Krone abgeschliffen, zweimal mit Epoxidharz grundiert und Quarzsand der Körnung 0,2 bis 0,7 Millimeter eingestreut. Darauf kam eingeschalt ein Mörtel auf Epoxidharzbasis, danach der Allrounder als 2K-Spachtel, Retusche und drei Durchgänge PolySealer 2K. Das hat 28,5 Arbeitsstunden gedauert, nachts lagen Dämmplatten gegen den Frost auf der Krone.
Was hilft gegen eine dunkle, wolkige Sichtbetonwand?
Eine flächige Betonretusche. An der Innenwand haben wir mit der Naturschwammrolle retuschiert, den ersten Durchgang mit dem Schleifvlies nachbehandelt und ein zweites Mal retuschiert. Für rund 17,5 Quadratmeter waren das rund fünf Stunden.
Warum fallen manche verschlossenen Ankerkonen so auf?
Meist, weil sie mit einem Mörtel verschlossen wurden, der nicht zum Farbton und zur Oberfläche des Betons passt. Dann hilft nur ausräumen und neu aufbauen: vorbereiten, grundieren, grob einschneiden, mittel und fein spachteln und im Farbton der Wand retuschieren.
Wie viel Material braucht Betonkosmetik in einem ganzen Gebäude?
In den Bautagebüchern von Bad Berka stehen rund 26 Kilogramm Allrounder Uni, dreizehneinhalb Kilogramm xFein, gut 14 Kilogramm Beton Revive und knapp 12 Kilogramm Grob G25, dazu Grundierung, Versiegelung und rund 30 Kilogramm Epoxidmörtel für Mauerkrone und Balkoneinlauf. Weil nicht an jedem Tag der Verbrauch notiert ist, liegen die echten Mengen etwas höher. Für weit über 500 Stellen ist das wenig Material, den größten Teil machen die Arbeitsstunden aus.
Ab welcher Temperatur kann man Betonkosmetik machen?
Wir arbeiten ab 5 Grad Bauteiltemperatur und messen an kalten Tagen Temperatur und Feuchte am Bauteil. Frische Schichten im Außenbereich decken wir nachts ab, an der Mauerkrone in Bad Berka mit Dämmplatten.
Sieht man die Reparaturen hinterher noch?
Aus dem Abstand, aus dem man eine Wand im Alltag ansieht, nicht. Genau das war das Ziel, gemessen an der vereinbarten Sichtbetonklasse SB2 bis SB3. Wir bauen jede Stelle so auf, dass die Struktur des Betons weiterläuft, und gleichen den Farbton danach mit Betonlasur an. Die Lasur trägt nicht auf, deshalb fühlt sich die Oberfläche auch beim Anfassen wie Beton an.
Fazit
Der Industrielook bleibt, über 500 Stellen sind neu aufgebaut
Als wir in Bad Berka anfingen, stand die Schule als Rohbau aus Sichtbeton mit Holzbrettschalung da, und an sehr vielen Stellen war die Betonhaut offen. Weit über 500 Fehlstellen haben wir vorgefunden, von Kiesnestern über ausgebrochene Ankerkonen bis zu einer großen Wandfläche, deren Oberfläche über weite Teile aufgerissen war. Dazu kamen frühere Ausbesserungen, die im Farbton und in der Struktur nicht zum Beton passten.
Unser Ziel war, dass man aus dem üblichen Abstand an keiner dieser Stellen sieht, dass dort gearbeitet wurde, und das haben wir erreicht. Jede Fehlstelle haben wir so aufgebaut, dass die Maserung der Bretter weiterläuft und der Übergang zum Beton daneben fließend ist: vorbereitet, grob gefüllt, mit dem Allrounder strukturiert und fein nachgearbeitet. Den Farbton haben wir danach mit transparenten Betonlasuren angeglichen. Sie tragen nicht auf, Poren, Struktur und Haptik des Betons bleiben so, wie sie sind.
Der Industrielook mit seinem lebendigen Schalbild sollte dabei bleiben, die Wände sollten nicht glatt und gleichförmig werden. Flächig bearbeitet haben wir deshalb nur die Bereiche, die wirklich stark geschädigt waren, und das ist weniger als ein Drittel der Schule. Überall sonst behält der Beton seinen ursprünglichen Charakter, dort haben wir die einzelnen Fehlstellen aufgebaut. Innen kamen zwei Abplatzungen von je rund 30 Zentimetern dazu, eine mitten in der Wand und eine am Pfeiler mit neu modelliertem Ankerkonus, außen eine neu aufgebaute Mauerkrone, eine Vordachkante, eine Außenwand und eine Reihe Ankerkonen.
Rund 540 Arbeitsstunden über fünf Einsätze stecken in dieser Schule. Struktur, Haptik und Optik des Originals zurückzuholen geht nur Stelle für Stelle, und zwischen den Durchgängen muss jede Schicht erst trocknen. Die Zeiten gelten für genau dieses Schadensbild: Wie lange eine Wand braucht, hängt davon ab, wie viele Stellen sie hat, welche Klasse erreicht werden soll und was Trocknung und Wetter vorgeben.
Weit über 500 Fehlstellen haben wir aufgebaut und mit Betonlasur angeglichen, bis die Wände die vereinbarte Sichtbetonklasse SB2 bis SB3 erreicht hatten. Der lebendige Industrielook der Schule ist dabei geblieben.
Kurz eingeordnet
-
Grün: Belegt
- Weit über 500 Fehlstellen in Abschnitten vorbereitet, grob gefüllt, strukturiert, fein nachgearbeitet und mit Betonlasur retuschiert.
- Die Holzbrettstruktur an Wänden, Pfeilern, Fugen und an der Außenwand von Hand nachgebildet.
- Flächig bearbeitet nur die stark geschädigten Bereiche, weniger als ein Drittel der Schule; der Rest behält sein ursprüngliches Schalbild.
- Mauerkrone zweimal mit Epoxidharz grundiert, mit Quarzsand abgestreut, mit Epoxidmörtel erhöht und dreimal versiegelt.
-
Gelb: Nur Richtwert
- Die Stunden gelten für dieses Schadensbild und lassen sich nicht einfach auf Quadratmeter umrechnen.
- Bei Arbeiten im Freien geben Temperatur und Trocknungszeit den Takt vor, nicht der Kalender.
- Beurteilt wird aus dem üblichen Betrachtungsabstand, so wie es das Merkblatt Sichtbeton für die Klassen vorsieht.
-
Rot: Geht nicht
- Ein Kiesnest füllen, ohne es vorher bis auf festen Beton zu öffnen und zu grundieren.
- Unter 5 Grad Bauteiltemperatur spachteln oder retuschieren.
- Eine Mauerkrone ohne Haftbrücke und Versiegelung dauerhaft dicht bekommen.
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- Weitere ReferenzMusterfläche Sichtbeton im Wasserwerk Einsiedel ansehenZur Referenz
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