Für mineralische Putzsysteme gilt nach den Regeln, die die DIN 18550 und die Leitlinien der Putzverbände wiedergeben, dass die äußere Lage nicht fester sein soll als die Lage darunter, oder beide gleich fest sind. So können die Spannungen aus Schwinden und Temperaturwechseln zwischen den Lagen aufgenommen werden.
Die Leitlinien nennen dazu selbst Ausnahmen. Liegt auf einem weichen Unterputz eine Armierungslage mit Gewebe, gilt die Regel nicht, weil diese Lage die oberen Schichten vom Untergrund entkoppelt, und dünne Oberputze dürfen fester sein, weil sie wegen ihrer geringen Dicke kaum wirksame Spannungen erzeugen.
Eine Schalbetonoptik direkt auf Gips ist deshalb nicht verboten, aber sie ist ein Risiko, und dieses Risiko fangen wir mit der Armierungslage ab.
Quelle: Leitlinien für das Verputzen von Mauerwerk und Beton, 4. Ausgabe, November 2022, Abschnitte 7.2 und 8.5; DIN 18550-1 und -2.