Kreative Wandgestaltung · Treppenhaus in Chemnitz

Ausgeschalt wie echter Beton. Nur ohne den Beton.

Diese Wand hat die Treppe bekommen, die sie verdient. Oder umgekehrt. In einem Einfamilienhaus in Chemnitz windet sich eine Holztreppe über zwei Etagen, und neben ihr steht jetzt eine Wand, die aussieht wie betoniert: Plattenraster, Poren und Lunker, glatte Haut. Gegossen wurde hier nichts. Darunter steckt Trockenbau, von Marc Schaum und seinen Kollegen vorbereitet; die Betonoptik haben wir dann gemeinsam aufgebracht, bis zu dem Moment, in dem die Folie fällt.

Eingeräumt: Leuchte, Bilder und bunte Figuren an der Wand in Betonoptik.
Dichter dran: Das Licht der Wandleuchte holt die Struktur der Oberfläche heraus.

Auf einen Blick

Die Wand als Plan, mit allem, was dazugehört.

Ort
Einfamilienhaus, Chemnitz
Bauteil
Treppenwand über zwei Etagen, entlang der Holztreppe
Untergrund
Trockenbau, vorbereitet von Marc Schaum und seinen Kollegen
Leistung
Kreative Wandgestaltung in Schalbetonoptik
Oberfläche
Betonspachtel unter Schalbetonfolie, ausgeschalt
Zeit
Rund zweieinhalb Arbeitstage, ohne den Untergrund
Plattenraster
Große Platten, Fugenbild wie bei geschaltem Beton

Skizze der Wand an der Treppe, nicht maßstäblich.

Mit Marc Schaum

Marc hat vorbereitet, gestaltet haben wir zusammen.

Diese Wand war Marcs Auftrag: Er und seine Kollegen haben sie so hingestellt, dass wir direkt den Eimer aufmachen konnten, und die Betonoptik haben wir dann Seite an Seite gemacht. Marc kommt vom Trockenbau und Innenausbau, wir von der Oberfläche, und am Ende fragt keiner, wessen Anteil welcher war. Zwei Gewerke, ein Ergebnis.

Am Handlauf entlang

Drei Stufen, vom nackten Trockenbau bis zur fallenden Folie.

Folge dem Handlauf von links unten nach rechts oben.

  1. Marc Schaum mit seinen Kollegen

    Der Untergrund

    Bevor bei uns der erste Eimer aufging, war an dieser Wand schon gearbeitet worden. Von dieser Arbeit sieht man am Ende nichts mehr, und genau daran erkennt man, dass sie gut war.

    • Die alte Tapete runter
    • Den alten Putz abgenommen
    • Die Wand neu aufgebaut, damit die Beschichtung hält
    Zur Visitenkarte
  2. Gemeinsam

    Spachteln und einschalen

    Dann kamen wir dazu. Den Betonspachtel hatte Marc mitgebracht. Er kommt aus dem Eimer auf die Wand, darauf die Schalbetonfolie, mit der Ultra-Klett-Kelle glatt gestrichen, bis keine Luft mehr darunter sitzt. An einer Treppe ist das kein Spaziergang: Jede Nische zwischen den Stufen muss so sauber sitzen wie die freie Fläche, deshalb sind im Film so viele Hände an der Wand.

    Film: Spachteln, glätten und zusammen anpacken an der Treppenwand.
  3. Gemeinsam

    Ausschalen

    Ist der Betonspachtel durchgetrocknet, kommt der Moment, auf den wir bei jeder Betonoptik warten: Die Folie wird abgezogen. Wir sagen dazu ausschalen, wie beim echten Beton, wenn die Schalung fällt. Darunter zeigt sich, was vorher niemand sehen konnte: kleine Poren und Lunker, wie sie sonst nur Beton hat, und eine Fläche, die durch die Folie glatt ist wie geschalt.

    Tipp auf die Lasche oder zieh sie zur Seite, dann läuft der Film.

    Film: Die Folie fällt, darunter kommen Poren und Lunker zum Vorschein.

Frisch ausgeschalt

Einmal die Treppe rauf, bevor das erste Bild hing.

Wähle eine Station oder wische durch die Bilder. Ein Tipp aufs Bild öffnet es groß.

  • Unten, am hellen LaufUnten am hellen Lauf: große Platten, wolkig im Ton.
  • Unten, am hellen LaufDieselbe Stelle, einen Schritt weiter: Das Raster läuft gleichmäßig durch.
  • Unten, am hellen LaufGerade von vorn: So wirkt Schalbetonoptik aus normalem Abstand.
  • An der Ecke, ganz nahAn der Ecke, ganz nah: Poren, Lunker und ein Plattenstoß.
  • Die Holztreppe hinaufVon unten gesehen: Die Holztreppe steigt, die Wand in Betonoptik steigt mit.
  • Die Holztreppe hinaufEin Schritt nach links: Die Wand begleitet die Treppe über beide Etagen.
  • Die Holztreppe hinaufDichter dran: Das Plattenraster zieht mit den Stufen nach oben.
  • Die Holztreppe hinaufVom Lauf aus gesehen: die Wand zwischen Geländer und Fenster.
  • Oben, am GeländerVon oben: Das Raster läuft hinter den Holzstufen weiter nach unten.
  • Oben, am GeländerOben, am Geländer: Seitenlicht auf der frischen Fläche.
Bild 1 von 10

Nachgefragt

Fragen, die uns zur Betonoptik immer wieder erreichen.

Was ist Schalbetonoptik?

Schalbetonoptik ist eine Wandbeschichtung, die aussieht wie geschalter Beton: mit Poren, Lunkern, wolkigem Grauton und auf Wunsch einem Plattenraster. Ein Betonspachtel kommt auf die Wand, darauf eine Schalbetonfolie, die mit der Kelle glatt gestrichen wird. Ist die Masse getrocknet, wird die Folie abgezogen, das nennen wir ausschalen. Schalbetonoptik ist kreative Wandgestaltung und keine Betonkosmetik.

Geht Betonoptik auch auf einer Trockenbauwand?

Ja, die Treppenwand in diesem Einfamilienhaus in Chemnitz ist eine Trockenbauwand. Entscheidend ist der Untergrund: Hier haben Marc Schaum und seine Kollegen vorher die alte Tapete und den alten Putz entfernt und die Wand neu aufgebaut. Genauso geht Betonoptik auf Putz, Holz, Möbeln, Türen oder Estrich.

Wie lange dauert eine Betonoptik-Wand im Treppenhaus?

An dieser Treppenwand über zwei Etagen waren es rund zweieinhalb Arbeitstage, die Vorbereitung des Untergrunds nicht mitgerechnet. Bei einer anderen Wand hängt die Zeit von der Fläche, von den Stufen und Ecken, die eingearbeitet werden müssen, und vom Zustand des Untergrunds ab.

Warum müssen alte Tapete und alter Putz vorher herunter?

Weil eine Betonoptik nur so gut ist wie das, worauf sie sitzt. Alte Tapete und loser Putz tragen keine Beschichtung dauerhaft. An dieser Wand haben Marc Schaum und seine Kollegen deshalb beides entfernt und den Untergrund neu aufgebaut, bevor wir mit dem Betonspachtel angefangen haben.

Woher kommen die Poren und Lunker in der Betonoptik?

Sie kommen beim Ausschalen zum Vorschein, wenn die Schalbetonfolie vom getrockneten Betonspachtel abgezogen wird. Sie sehen aus wie bei echtem Beton und gehören zur Optik dazu, deshalb werden sie auch nicht nachträglich geschlossen.

Warum ist die Oberfläche so glatt?

Die glatte Haut kommt von der Schalbetonfolie. Sie liegt auf dem Betonspachtel, solange diese trocknet, und wird vorher mit der Kelle glatt gestrichen. Nach dem Abziehen bleibt eine Oberfläche, wie sie Beton hat, der an einer glatten Schalung gestanden hat.

Was bedeutet ausschalen bei Betonoptik?

Ausschalen heißt bei uns, die Schalbetonfolie vom getrockneten Betonspachtel abzuziehen. Das Wort kommt aus dem Betonbau, wo nach dem Betonieren die Schalung fällt. Für uns ist es der Moment, auf den wir bei jeder Betonoptik warten, weil man erst dann sieht, wie die Wand wirklich geworden ist.

Hat eine Wand in Betonoptik eine Sichtbetonklasse?

Nein, Sichtbetonklassen gibt es nur für echten Sichtbeton. Eine Schalbetonoptik ist kreative Wandgestaltung und keine Betonkosmetik, weil hier kein Beton repariert wird: Raster, Poren und Grauton werden gestaltet und mit dem Auftraggeber abgestimmt, nicht nach einer Klasse abgenommen.

Womit wird die Schalbetonoptik aufgetragen und geglättet?

Den Betonspachtel hatte Marc mitgebracht; aufgezogen haben wir ihn mit dem Spachtel. Die Schalbetonfolie haben wir mit der Ultra-Klett-Kelle glatt gestrichen, und ein Absaugmobil von Festool stand mit an der Wand. Die Treppenstufen waren vorher mit Folie und Papier eingepackt.

Wer hat die Betonoptik-Treppenwand in Chemnitz gemacht?

Die Wand war ein Gemeinschaftsprojekt mit Marc Schaum und seiner Firma Schaum – Räume, die wirken, auf Instagram Ideen mit Gips. Es war Marcs Auftrag: Er und seine Kollegen haben den Untergrund vorbereitet, die Betonoptik haben wir anschließend zusammen auf die Wand gebracht.

Fazit

Eine Wand, zwei Gewerke, und ein Moment, in dem die Folie fällt

Als wir an diese Treppenwand in Chemnitz kamen, war die Arbeit, die hinterher keiner mehr sieht, schon getan. Marc Schaum und seine Kollegen hatten die alte Tapete und den alten Putz heruntergeholt und die Wand neu aufgebaut. Auf so einem Untergrund macht Betonoptik Freude, weil man sich ganz auf die Oberfläche konzentrieren kann und nicht gegen das kämpft, was darunter liegt.

Die Schalbetonoptik haben wir dann zusammen auf die Wand gebracht: Betonspachtel aufziehen, die Schalbetonfolie mit der Ultra-Klett-Kelle glatt streichen, trocknen lassen, ausschalen. Am meisten Geduld haben die Nischen zwischen den Stufen gekostet, am meisten Freude der Moment, in dem die Folie fällt und Poren und Lunker zum Vorschein kommen.

Heute ist die Wand der Blickfang im Treppenhaus, mit Plattenraster und dem wolkigen Grauton, den man von Beton kennt, und mit Leuchten und Bildern, die inzwischen daran hängen. Eine Grenze gehört ehrlich dazu: Die rund zweieinhalb Arbeitstage gelten für genau diese Wand, ohne die Vorarbeit am Untergrund, und lassen sich auf eine andere Treppe nicht eins zu eins übertragen.

Aus einer Trockenbauwand ist eine Treppenwand geworden, die aussieht wie geschalter Beton: Marc hat den Untergrund gemacht, gespachtelt, eingeschalt und ausgeschalt haben wir zusammen.

Kurz eingeordnet

  • Grün: Belegt

    • Untergrund vorbereitet: alte Tapete und alter Putz entfernt, Wand neu aufgebaut.
    • Schalbetonoptik mit Betonspachtel und Schalbetonfolie, nach dem Trocknen ausgeschalt.
    • Poren, Lunker und glatte Haut sind auf den Fotos und im Film beim Ausschalen zu sehen.
  • Gelb: Nur Richtwert

    • Rund zweieinhalb Arbeitstage gelten für diese Wand und ohne die Vorbereitung des Untergrunds.
    • Stufen, Nischen und Ecken kosten an jeder Treppe unterschiedlich viel Zeit.
  • Rot: Geht nicht

    • Betonoptik auf alter Tapete oder losem Putz: Die Beschichtung braucht einen vorbereiteten Untergrund.
    • Eine Sichtbetonklasse für Betonoptik versprechen: Die Klassen gibt es nur für echten Sichtbeton.

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www.raumkult.euTreppenwand in Betonoptik · Chemnitz

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