Referenz · Kreative Wandgestaltung

Erst repariert, dann gestaltet. Eine Betonmauer in Schalbetonoptik.

Als wir zum ersten Mal an dieser Mauer in Hohenstein-Ernstthal standen, blätterte die Farbe in großen Stücken ab, auf der Mauerkrone lösten sich Schollen, und an zwei Stellen lag die rostige Bewehrung frei. Die Mauer begleitet die Treppen eines Einfamilienhauses hinunter in den Garten und sollte wieder nach Beton aussehen, diesmal dauerhaft. Wir haben zuerst repariert, was kaputt war, dann die Mauerkrone abgedichtet und erst danach die Wand in Schalbetonoptik mit Fugenraster neu gestaltet. Hier zeigen wir dir, in welcher Reihenfolge wir vorgegangen sind, womit, und warum diese Reihenfolge den Unterschied macht.

Betonmauer in Schalbetonoptik mit Fugenraster und Poren an einer Treppe in Hohenstein-Ernstthal
Ergebnis zuerst

Der Ablauf folgt unten, Schritt für Schritt

Die fertige Wand in Schalbetonoptik mit Fugenraster.

Das Projekt in Zahlen

Drei Aufgaben, eine feste Reihenfolge.

35m²Wand in Schalbetonoptik, rund
29,5mMauerkrone abgedichtet und versiegelt
160Arbeitsstunden, rund
1 · 2 · 3Sanierungsstelle, Mauerkrone, Wand

Die Aufgabe

Wieder Beton, und diesmal dauerhaft.

Die Betonmauer läuft an den Treppen eines Einfamilienhauses entlang hinunter in den Garten. Dazu gehören eine niedrige Stützmauer am Treppenabgang und der Deckenstreifen am Terrassenbalkon. Gebaut wurde die Mauer vor rund zehn Jahren, gestrichen vor etwa acht bis neun Jahren, und zwar ohne dass der Untergrund vorher vorbehandelt wurde. Genau das sieht man heute: Die Farbe hält nicht mehr auf dem Beton und blättert in Platten ab.

Die größeren Schäden kommen von oben. Auf der Mauerkrone war früher Mörtel aufgespachtelt worden, ohne Quarzbrücke und ohne Abdichtung. Über den Kopf ist Feuchte in die Fläche gezogen, der Mörtel ist in Schollen abgeplatzt, das Korn lag offen, und an der großen Mauer hat der Frost den Beton an zwei Stellen bis zur Bewehrung aufgesprengt.

Gewünscht war keine neue Farbe, sondern eine Wand, die wieder nach Beton aussieht und draußen lange hält. Deshalb ist das hier keine Betonkosmetik an Sichtbeton, sondern kreative Wandgestaltung: Wir haben eine neue Oberfläche in Schalbetonoptik aufgebaut, mit einem Fugenraster, das wir vorher mit dem Auftraggeber festgelegt haben. Eine Sichtbetonklasse spielt dabei keine Rolle, es geht um die Gestaltung.

Damit die neue Oberfläche hält, gibt es eine feste Reihenfolge. Zuerst werden die Sanierungsstellen repariert und die Mauerkrone abgedichtet, erst danach wird die Wand beschichtet. Das Abschleifen der alten Farbe an der Wand lief dabei schon im selben Zug mit.

Was wir vorgefunden haben

Das Wasser kam von oben.

Tippe im Schnitt auf eine Stelle, dann siehst du das Foto dazu.

Schematisch, nicht maßstäblich.
  • Farbe blättert in Platten ab

    Die Mauer war vor etwa acht bis neun Jahren gestrichen worden, direkt auf den Beton und ohne Untergrundvorbehandlung. Inzwischen löst sich die Farbe großflächig, an vielen Stellen hängt sie nur noch lose an der Oberfläche.

  • Verwitterung und Algen

    Wo keine Farbe mehr war, hatte das Wetter die Zementhaut abgetragen. Auf der Fläche zogen sich Algen- und Laufspuren nach unten, an der niedrigen Stützmauer am Treppenabgang ebenso wie an der großen Mauer.

  • Schollen auf der Mauerkrone

    Auf der Krone war früher Mörtel aufgespachtelt worden, ohne Quarzbrücke und ohne Abdichtung. Er hatte sich in Schollen gelöst, an einem schmalen Stück ließ er sich ohne Maschine mit der Kelle abheben.

  • Ausgesandete Krone, offenes Korn

    An der breiten Krone war die Oberfläche ausgesandet und das Korn lag frei. Die Farbe war auch über den Kopf gestrichen worden und dort fast vollständig verwittert.

  • Ausplatzungen bis zur Bewehrung

    An der großen Mauer neben der Treppe hatte der Frost den Beton an zwei Stellen bis zur Bewehrung aufgesprengt. Der Stahl lag offen und war verrostet. Solche Stellen werden zuerst repariert, sonst arbeitet der Rost unter jeder neuen Beschichtung weiter.

Wie viel Arbeit steckt drin?

Rund 160 Stunden, ein Viertel davon oben auf der Krone.

Gezählt sind alle Arbeitsstunden zusammen, vom Wetterschutz bis zum Beräumen.

2,7 Std. je m²

Wand vom Schleifen bis zur Imprägnierung, davon fast zwei Drittel in der Schalbetonoptik selbst

1,4 Std. je Meter

Mauerkrone bis 20 cm breit, vom Schleifen bis zur dritten Versiegelung, ohne die Trocknungszeiten

Gilt für diese Mauer mit diesem Schadensbild. Das Freilegen und Entrosten der Bewehrung lief beim Schleifen mit und steckt im Anteil der Wand und der Krone.

So sind wir vorgegangen

Erst reparieren, dann gestalten.

Der Schnitt zeigt, was heute in der Mauer steckt. Tippe auf eine Schicht, dann springst du zu dem Schritt.

123
1 Sanierungsstelle · 2 Mauerkrone · 3 Wand · Schematisch, nicht maßstäblich.
  1. Farbe ohne Vorbehandlung Vor etwa acht bis neun Jahren direkt auf den Beton gestrichen. Ohne Vorbehandlung hält die Farbe nicht und blättert ab.
  2. Mauerkrone offen Aufgespachtelter Mörtel ohne Quarzbrücke und ohne Abdichtung. Er löst sich in Schollen, das Korn liegt frei.
  3. Feuchte über den Kopf Regenwasser zieht über die Krone in die Fläche und friert dort im Winter.
  4. Ausplatzung bis zur Bewehrung Frost hat den Beton an zwei Stellen aufgesprengt, die Bewehrung liegt frei und rostet.
Schnitt: Sanierungsstelle hervorgehoben

Schritt 1

Die Sanierungsstelle, Reparatur vor allem anderen.

Sanierungsstelle · zuerst repariert

Zuerst die Stellen, an denen die Bewehrung offen lag

Bevor irgendetwas Neues auf die Mauer kommt, muss das Alte tragfähig sein. An zwei Stellen neben der Treppe war der Beton bis zur Bewehrung abgeplatzt. Auf so eine Stelle einfach Spachtel und Beschichtung zu ziehen, bringt nichts, weil der Rost darunter weiterarbeitet und die neue Oberfläche wieder absprengt.

Deshalb haben wir die Bewehrung mit dem Stemmer freigelegt, bis rundherum fester Beton war, den Stahl gesäubert und entrostet und direkt mit einer Entrostungs- und Schutzgrundierung gegen Korrosion behandelt. Am nächsten Morgen kam eine Mörtelschlemme als Haftbrücke auf Bewehrung und Untergrund, und darauf der Sanierungsmörtel. Den haben wir bewusst einmal auf Korn über die Betonhaut aufgetragen und danach plan geschnitten, damit die Stelle eben mit dem Originalbeton liegt und keine Erhebung bleibt.

Das ist Reparatur und keine Gestaltung. Die Stellen liegen heute unter der Schalbetonoptik, sie sind mit der ganzen Wand beschichtet worden. Ein Nachher-Foto vom gleichen Standpunkt gibt es deshalb nicht, die Wand sieht dort aus wie überall.

Material: Entrostungs- und Schutzgrundierung, Mörtelschlemme, als Sanierungsmörtel unsere Betonkosmetik grob (Spezial-Betonspachtel G25). Werkzeug: Stemmer, Drahtbürste, Kelle, Glättkelle, Alu-Lehre.

Video: Mörtelschlemme auf der Bewehrung, danach Sanierungsmörtel in der Ausplatzung, Hohenstein-Ernstthal
KernvideoMörtelschlemme und SanierungsmörtelFester Standpunkt, von der Schlemme bis zur gefüllten Stelle.
  1. 1.1

    Vorgefunden

    Zwei senkrechte Ausplatzungen neben der Treppe, die Bewehrung offen und rostig, rundherum abblätternde Farbe.

  2. 1.2

    Bewehrung freilegen

    Mit dem Stemmer legen wir den Stahl frei, bis rundherum fester Beton ist. Im Video siehst du danach auch das Schleifen der Wand, das im selben Zug lief.

    Im Video: 0:00 Stemmer an der Bewehrung · 0:10 Diamantscheiben unten am Fuß

  3. 1.3

    Entrosten und Korrosionsschutz

    Gesäubert, entrostet und direkt mit Entrostungs- und Schutzgrundierung behandelt.

  4. 1.4

    Mörtelschlemme

    Die Mörtelschlemme verbindet Stahl und Altbeton mit dem Sanierungsmörtel. Danach geht es frisch in frisch mit dem Mörtel weiter.

  5. 1.5

    Sanierungsmörtel auf Korn

    Wir tragen den Sanierungsmörtel einmal auf Korn über die Betonhaut auf, also bewusst etwas voller.

  6. 1.6

    Plan schneiden

    Mit der Kelle schneiden wir den Mörtel plan, damit er eben mit dem Originalbeton liegt.

Schnitt: Mauerkrone hervorgehoben

Schritt 2

Die Mauerkrone, dicht von oben.

Mauerkrone · rund 42 Stunden · 27 %

Der wichtigste Schritt an der Mauer

Über den Kopf gestrichen oder abgedichtet?

So hatten wir die Krone vorgefunden

  • Farbe und Mörtel direkt auf den Kopf aufgetragen
  • keine Quarzbrücke, keine Abdichtung
  • Wasser zieht über den Kopf in die Fläche
  • Mörtel löst sich in Schollen, das Korn liegt wieder frei

So ist die Krone heute aufgebaut

  • zweimal Epoxidharz, beim zweiten Mal Quarzsand eingestreut
  • darauf 2K-Verbundspachtel, Feinspachtel und Retusche
  • dreimal versiegelt, zuletzt matt
  • Regen und Frost kommen nicht mehr in die Oberfläche

Wer an der Krone spart, hat nach ein paar Jahren wieder Aussandung. Hier investiert man nicht in etwas, das man nächstes Jahr wieder neu machen muss.

Die Krone dicht machen, damit von oben nichts mehr eindringt

Die Mauerkrone ist der wichtigste Punkt an dieser Mauer. Über den Kopf war die Feuchte in die Fläche gezogen, und genau dort hat alles angefangen. Deshalb haben wir die Krone zuerst gemacht und nicht zum Schluss. Lose Schollen haben wir mit der Kelle abgehoben, an einem schmalen Stück ging das ohne jede Maschine. Danach haben wir die alte Farbe und die aufgespachtelten Flächen mit dem Winkelschleifer und der Absaughaube entfernt und die Krone begradigt, bis das freigelegte Korn wieder eine ebene Grundstruktur hatte.

Dann kam die Abdichtung. Die erste Lage Epoxidharz haben wir mit einer 10-cm-Kurzflorrolle aufgetragen, nach rund viereinhalb Stunden Trocknung die zweite, und in diese zweite Lage haben wir frisch Quarzsand eingestreut. Das ist die Quarzbrücke: Sie sperrt die Oberfläche, und der Sand gibt der Endbeschichtung Halt. Darauf haben wir die Krone mit einem 2K-Verbundspachtel aus unserem Allrounder und PolyUni gespachtelt, die Fasen nachgearbeitet, die Fläche fein gespachtelt und im Betonton retuschiert. Zum Schluss kam die Versiegelung in drei Gängen, zwei glänzend und der letzte matt, jeweils mit Trockenzeit dazwischen.

Das ist ein großer Posten an Zeit und Material, mehr als ein Viertel der Arbeitsstunden stecken in der Krone. Wer hier spart, hat nach ein paar Jahren wieder dasselbe Problem: Der Kopf sandet aus, der Mörtel löst sich, und das Wasser findet seinen Weg zurück in die Wand. Die Abdichtung ist das, was die ganze neue Oberfläche darunter schützt.

Material: Epoxidharz Epoxigrund Rapid in zwei Lagen, Quarzsand zum Einstreuen, 2K-Verbundspachtel aus Betonkosmetik Allrounder und PolyUni, Feinspachtel, Beton Revive für die Retusche, Versiegelung BePur GS Glanzsiegel (zwei Gänge) und BePur MS Mattsiegel. Werkzeug: Kelle, Winkelschleifer mit Absaughaube, Betonschleifmaschine, 10-cm-Kurzflorrolle, Sandstrahlpistole, Lammfellrolle.

Video: Winkelschleifer mit Absaughaube glättet eine Mauerkrone aus Beton, Hohenstein-Ernstthal
KernvideoKrone schleifen und begradigenWinkelschleifer mit Absaughaube, bis das freigelegte Korn eine ebene Grundstruktur hat.
  1. 2.1

    Vorgefunden

    Breite Krone ausgesandet, das Korn offen; oben an der Terrasse die Farbe über den Kopf gestrichen und abgeplatzt; am schmalen Stück große Schollen.

  2. 2.2

    Schollen lösen

    Am schmalen Stück reicht die Kelle: Die Schollen lösen sich ohne mechanische Einwirkung.

  3. 2.3

    Schleifen und begradigen

    Farbe und aufgespachtelte Flächen runter, das freigelegte Korn begradigen, eine ebene Grundstruktur herstellen.

  4. 2.4

    Epoxidharz, erste Lage

    Mit der 10-cm-Kurzflorrolle, die zähe Masse zieht in den Untergrund ein.

  5. 2.5

    Zweite Lage mit Quarzsand

    Nach rund viereinhalb Stunden die zweite Lage, frisch mit Quarzsand abgestreut. Das gibt den Grip für die Endbeschichtung.

  6. 2.6

    Spachtel, Fasen, Retusche

    2K-Verbundspachtel, Fasen nacharbeiten, fein spachteln, im Betonton retuschieren. Von diesem Schritt gibt es keine Fotos.

  7. 2.7

    Dreimal versiegelt

    Zwei Gänge glänzend, der letzte matt, jeweils mit Trockenzeit. Im Morgenlicht siehst du die frisch aufgerollte Versiegelung.

  8. 2.8

    Ergebnis

    Die Krone nach Retusche und Versiegelung, an der Terrasse mit der beschichteten Wand daneben.

Schnitt: Wand in Schalbetonoptik hervorgehoben

Schritt 3

Die Wand, Feld für Feld betoniert.

Wand in Schalbetonoptik · rund 97 Stunden · 61 %

Untergrund, Gewebe, Raster, und dann wird betoniert

Die Wand haben wir parallel zur Reparatur vorbereitet. Mit dem FLEX-Sanierungsschleifer, dem Eibenstock-Bodenschleifer und Diamantschleiftellern von Reca haben wir die Farbe und die verwitterte Schicht abgeschliffen, vorsichtig, damit die Betonhaut nicht mehr als nötig verletzt wird, auch wenn später eine Beschichtung daraufkommt. Danach stand der rohe Beton wieder da, mit allen Schalungskanten. Die Konuslöcher haben wir dabei grob geschlossen, das sind die dunklen Punkte auf den Fotos.

Dann kam der Aufbau. Grundiert haben wir mit der Wagner-Handspritzpistole. In die Grundierung haben wir das Glasfasergewebe FlexMesch mit PolyPlus direkt auf den Untergrund gerollt. Es klebt sofort, nach zwei bis drei Stunden kann man darauf weiterarbeiten, und es überbrückt die Spannungen aus dem Untergrund und aus dem Mörtel. Darauf kam die erste Grundspachtel, danach ein Zwischenschliff mit Körnung 40 und eine zweite Grundierung mit PolyUni.

Für das Fugenraster, das wir vorher mit dem Auftraggeber festgelegt hatten, haben wir die Fugen zuerst dunkler vorgespachtelt und dann mit Moosgummiband abgeklebt. Danach haben wir Feld für Feld beschichtet. Wir sagen dazu betonieren, weil wir jedes Feld wie im Original mit Schalbetonfolie einschalen. Die Beschichtung ist unsere eigene Schalbetonoptik „realistischer Sichtbeton Look“. Für außen mischen wir sie als 2K-Mörtel an, also mit PolyPlus 512 statt mit Wasser. Das gibt mehr Abrieb und Festigkeit, damit die Oberfläche draußen nicht so schnell leidet.

Auf der frischen Folie drücken wir mit der venezianischen Kelle die Luft heraus, damit keine Hügellandschaft entsteht. Am nächsten Tag wird ausgeschalt: Folie an einer Ecke greifen und vorsichtig abziehen. Die dunklen Flecken direkt danach sind Feuchte, sie verschwinden, wenn die Fläche 24 bis 48 Stunden nachgetrocknet ist. Nach dem Entfernen des Moosgummis liegt die dunkle Fuge etwas tiefer als die Felder. Das gibt der Wand Tiefe und wirkt realistischer als Stoß auf Stoß. Es kostet mehr Zeit und Genauigkeit, das haben wir vorher mit dem Auftraggeber besprochen, aber dafür brennen wir.

Zum Schluss haben wir nachbehandelt, retuschiert und die ganze Fläche mit PolySealer NANO imprägniert, aufgesprüht mit der Graco-Akku-Spritzpistole. Im Außenbereich ist das kein Extra, sondern Pflicht: Danach dringt kein Wasser mehr in die Beschichtung ein, und es entstehen keine Frostschäden. Ohne Imprägnierung würden wir eine Wand draußen nicht übergeben.

Material: Glasfasergewebe FlexMesch, PolyPlus 498 zum Einrollen, PolyUni zum Grundieren, Grundspachtel, Lasur und dunkle Spachtel für die Fugen, Moosgummiband, unsere Schalbetonoptik „realistischer Sichtbeton Look“ (Anfrageprodukt) mit PolyPlus 512 als 2K-Mörtel, Schalbetonfolie 1250 mm, Trennmittel Vormiol, Beton Revive für die Retusche, PolySealer NANO. Werkzeug: FLEX-Sanierungsschleifer, Eibenstock-Bodenschleifer, Reca-Diamantschleifteller, Festool-Schleifscheiben P40, Wagner-Handspritzpistole, Akku-Gewebeschere, venezianische Kelle, Linienlaser, 1000er Schleifvlies, Graco-Akku-Spritzpistole.

Video: Grundspachtel wird im Zeitraffer auf das Gewebe einer Betonwand an der Treppe gespachtelt
KernvideoGrundspachtel auf das GewebeDie erste Lage auf dem Gewebe an der großen Wand.
  1. 3.1

    Vorgefunden

    Rechts verwittert, links Farbe und alte Spachtelung, an der niedrigen Stützmauer Algen, oben an der Innenseite abgeplatzte Farbe.

  2. 3.2

    Farbe abschleifen

    Mit dem FLEX-Sanierungsschleifer holen wir Farbe und Verwitterung von der Fläche, vorsichtig, damit die Betonhaut heil bleibt. Unten am Fuß auf dem Gerüst liegen unsere Diamantscheiben bereit.

  3. 3.3

    Roher Beton

    Ohne die dicke Farbe steht der Beton wieder in seiner wahren Gestalt da, mit allen Schalungskanten. Die Konuslöcher sind grob geschlossen.

  4. 3.4

    Grundierung

    Gesprüht mit der Wagner-Handspritzpistole, als Grund für den ganzen Aufbau.

  5. 3.5

    Glasfasergewebe

    Mit der Grundierung direkt auf den Untergrund gerollt. Es klebt sofort und überbrückt die Spannungen.

  6. 3.6

    Grundspachtel

    Die erste Lage auf dem Gewebe, im Zeitraffer an der großen Wand.

  7. 3.7

    Fugenraster

    Am Deckenstreifen zuerst: einschalen, am nächsten Tag ausschalen, mit 1000er Schleifvlies leicht mattieren. An der Wand die Fugen dunkel vorspachteln und mit Moosgummiband abkleben.

  8. 3.8

    Betonieren

    Feld für Feld beschichten und mit Schalbetonfolie von der Rolle einschalen.

  9. 3.9

    Luft herausdrücken

    Mit der venezianischen Kelle auf der Folie, damit die Fläche eben wird.

    Im Video: 0:00 Luft herausdrücken · 0:15 Ausschalen

  10. 3.10

    Ausschalen

    Folie an der Ecke greifen und abziehen. Was du dann siehst, bleibt so, die dunklen Flecken trocknen weg.

  11. 3.11

    Imprägnieren

    PolySealer NANO mit der Graco-Akku-Spritzpistole. Im Außenbereich Pflicht.

  12. 3.12

    Geschafft

    Der letzte Gang ist drauf.

So sieht die Mauer heute aus

Ein neu erstellter Betoncharakter mit Architektur, weil das Fugenraster da ist. Poren und Lunker wie bei echtem Beton, nicht zu viel und nicht zu wenig, dazu eine wolkige Changierung, die man von Beton kennt. Keine Farbe, keine gleichförmige Fläche. Wir sind echt stolz darauf.

Der Verlauf

Eine Treppenwand, fünf Stufen.

Drück auf Abspielen oder blättere selbst, vom rohen Beton bis zur fertigen Wand.

Treppenwand, von unten fotografiert

Treppenwand, von unten fotografiert, Geschliffen: Abgeschliffene Betonwand neben einer Treppe, roher Beton mit Schalungsfugen, vor der Beschichtung
Geschliffen Die Farbe ist runter, der rohe Beton mit seinen Schalungsfugen steht wieder da.
Treppenwand, von unten fotografiert, Konuslöcher zu: Abgeschliffene Betonwand ohne Farbe mit Schalungskanten und grob geschlossenen Konuslöchern, Hohenstein-Ernstthal
Konuslöcher zu Die Konuslöcher sind grob geschlossen, die dunklen Punkte. So sieht der Beton im Originalzustand aus.
Treppenwand, von unten fotografiert, Erste Felder betoniert: Erste drei Felder der Schalbetonoptik mit Folie eingeschalt, darunter Moosgummiband, Hohenstein-Ernstthal
Erste Felder betoniert Fugen dunkel vorgespachtelt, mit Moosgummi abgeklebt, die ersten drei Felder oben mit Folie eingeschalt.
Treppenwand, von unten fotografiert, Eingeschalt: Betonwand an einer Treppe komplett mit Beschichtung und Schalbetonfolie eingeschalt
Eingeschalt Die ganze Wand liegt unter Beschichtung und Schalbetonfolie.
Treppenwand, von unten fotografiert, Fertig: Treppenwand in Schalbetonoptik mit Fugenraster, von unten fotografiert, Hohenstein-Ernstthal
Fertig Ausgeschalt, retuschiert und imprägniert, mit Fugenraster in Schalbetonoptik.

Vorher und nachher

Gleicher Standpunkt, zwei Zustände.

Tippe auf eine Karte, sie dreht sich um. Für die Sanierungsstellen gibt es kein Nachher vom gleichen Standpunkt.

  • Breite Mauerkrone zur Treppe

    Vorher ausgesandet, das Korn offen. Nachher abgedichtet, gespachtelt, retuschiert und versiegelt.

  • Mauerkrone an der Terrasse

    Vorher mit Farbe über den Kopf gestrichen und abgeplatzt. Nachher fertig, daneben die beschichtete Wand; die glänzenden Streifen sind Nässe von der frischen Imprägnierung.

  • Schmales Kronenstück am Holzdeck

    Vorher lösten sich hier große Schollen. Nachher ist der Kopf geschlossen und versiegelt.

  • Verwitterte Fläche unter dem Schleifer

    Dieselbe Stelle im selben Video: vorher grün-grau verwittert, nach dem Sanierungsschleifer hell mit offenen Poren. Das ist der Untergrund, noch nicht das Ergebnis.

  • Große Wand von der Gartenseite

    Gleicher Standpunkt: nach der ersten Grundspachtel und fertig in Schalbetonoptik mit Fugenraster. Ein Vorher mit der alten Farbe gibt es von hier nicht.

Was verbaut wurde

Schicht für Schicht, vom Rostschutz bis zur Imprägnierung.

Die Legende zum Schnitt. Was es bei uns gibt, ist verlinkt.

  1. Korrosionsschutz und Mörtelschlemme

    Für die Bewehrung

    Entrostungs- und Schutzgrundierung auf den gesäuberten Stahl, danach die Mörtelschlemme als Haftbrücke zum Sanierungsmörtel.

  2. Sanierungsmörtel

    Für die Ausplatzungen

    Betonkosmetik grob (Spezial-Betonspachtel G25)

    Auf Korn eingebracht und plan geschnitten, damit die Stelle eben mit dem Altbeton liegt.

    Betonkosmetik grob zum Bestellschein
  3. Epoxidharz und Quarzsand

    Für die Mauerkrone

    Epoxigrund Rapid

    Zwei Lagen, in die zweite wird frisch Quarzsand eingestreut. Das sperrt die Oberfläche und gibt der Endbeschichtung Halt.

  4. 2K-Verbundspachtel

    Für die Krone

    Betonkosmetik Allrounder mit PolyUni

    Der erste Spachtel auf der Abdichtung, danach Fasen und Feinspachtel.

    Betonkosmetik Allrounder zum Bestellschein
  5. Grundierung und Haftgrund

    Für den Wandaufbau

    PolyUni, PolyPlus 498

    Grundierung auf dem geschliffenen Beton, PolyPlus 498 zum Einrollen des Gewebes, PolyUni als zweite Grundierung vor der Schalbetonoptik.

    PolyPlus 498 zum Bestellschein
  6. Glasfasergewebe

    Gegen Spannungen

    FlexMesch

    In die Grundierung gerollt, nach zwei bis drei Stunden beschichtbar, darauf die Grundspachtel.

    FlexMesch zum Bestellschein
  7. Schalbetonoptik als 2K-Mörtel

    Für die Felder

    realistischer Sichtbeton Look (Anfrageprodukt) mit PolyPlus 512

    Unsere eigene Schalbetonoptik, ein ökologischer Mikrozement. Für außen mit PolyPlus 512 statt Wasser angemischt, für mehr Abrieb und Festigkeit. Gibt es nicht im Shop, nur auf Anfrage.

    PolyPlus 512 zum Bestellschein
  8. Schalbetonfolie und Trennmittel

    Zum Einschalen

    Schalbetonfolie 1250 mm, Vormiol

    Jedes Feld wird eingeschalt wie im Original. Das Trennmittel wischen wir nach dem Ausschalen gründlich mit dem Mikrofasertuch ab.

  9. Retusche als Betonlasur

    Für den Farbton

    Beton Revive

    Retusche an Krone und Wand und als Lasur für die Tiefenfuge am Deckenstreifen.

    Beton Revive zum Bestellschein
  10. Versiegelung

    Für die Krone

    BePur GS Glanzsiegel, BePur MS Mattsiegel

    Drei Gänge, zwei glänzend und der letzte matt, jeweils mit Trockenzeit.

  11. Imprägnierung

    Für die Wand

    PolySealer NANO

    Gesprüht mit der Graco-Akku-Spritzpistole. Danach dringt kein Wasser mehr ein. Im Außenbereich Pflicht.

    PolySealer NANO zum Bestellschein

Häufige Fragen

Was andere vor uns auch wissen wollten.

Warum blättert die Farbe von meiner Betonmauer ab?

Farbe hält nur auf einem tragfähigen, sauberen und vorbehandelten Untergrund. Wird Beton im Außenbereich ohne Vorbehandlung gestrichen, arbeiten Feuchte und Frost unter der Farbe, und sie löst sich nach einigen Jahren in Platten. An dieser Mauer war das nach etwa acht bis neun Jahren so weit.

Kann man eine verwitterte Betonmauer einfach überstreichen?

Dauerhaft nicht. Lose Farbe und verwitterte Zementhaut müssen erst herunter, Schäden wie offene Bewehrung werden repariert, und die Mauerkrone wird abgedichtet. Erst dann lohnt eine neue Oberfläche. Ein neuer Anstrich auf dem alten Untergrund hätte dieselben Schwachstellen wie der erste.

Was tun, wenn bei einer Betonmauer die Bewehrung sichtbar ist?

Die Bewehrung freilegen, bis rundherum fester Beton ist, entrosten und mit Korrosionsschutz behandeln, dann mit Mörtelschlemme und Sanierungsmörtel wieder aufbauen und plan schneiden. Erst danach kommt die Beschichtung. Bei tragenden Bauteilen gehört vorher ein Fachplaner dazu, der die Standsicherheit beurteilt.

Warum platzt Beton an der Mauerkrone ab?

Die Krone steht im Regen. Fehlt eine dichte Oberfläche, zieht Wasser über den Kopf in die Mauer, friert im Winter und sprengt Mörtel und Beton ab. Hier war früher Mörtel aufgespachtelt worden, ohne Quarzbrücke und ohne Abdichtung, und er hatte sich in Schollen gelöst.

Wie dichtet man eine Mauerkrone dauerhaft ab?

Wir haben die Krone geschliffen und begradigt, zweimal mit Epoxidharz grundiert und in die zweite Lage Quarzsand eingestreut. Darauf kamen ein 2K-Verbundspachtel, Feinspachtel, Retusche und drei Gänge Versiegelung. So ist die Oberfläche gesperrt, und die Endbeschichtung hat Halt.

In welcher Reihenfolge wird eine Betonmauer saniert und beschichtet?

Zuerst die Sanierungsstellen reparieren und die Mauerkrone abdichten, danach die Wand beschichten. Das Abschleifen der alten Farbe an der Wand kann parallel laufen. Wer zuerst beschichtet, deckt Schäden zu, die unter der neuen Oberfläche weiterarbeiten.

Was ist Schalbetonoptik?

Eine Beschichtung, die aussieht wie geschalter Beton: mit Fugenraster, Poren und Lunkern und einer wolkigen Changierung. Wir tragen sie Feld für Feld auf und schalen jedes Feld mit Schalbetonfolie ein, wie beim echten Betonieren. Am nächsten Tag wird ausgeschalt. Sie ist kreative Wandgestaltung und keine Betonkosmetik.

Hält Schalbetonoptik im Außenbereich?

Ja, wenn der Aufbau dafür gemacht ist: tragfähiger Untergrund, reparierte Schäden, abgedichtete Mauerkrone, Glasfasergewebe mit Grundspachtel, die Beschichtung als 2K-Mörtel für mehr Abrieb und Festigkeit und zum Schluss eine Nano-Imprägnierung, damit kein Wasser eindringt. Ohne Imprägnierung übergeben wir draußen keine Wand.

Wofür ist das Glasfasergewebe unter der Beschichtung?

Das Gewebe wird mit der Grundierung direkt auf den Untergrund gerollt und klebt sofort. Nach zwei bis drei Stunden kann man darauf weiterarbeiten. Es überbrückt die Spannungen aus dem alten Untergrund und aus dem Mörtel, damit sich das nicht in die neue Oberfläche durchzeichnet.

Wie entsteht das Fugenraster mit Tiefenwirkung?

Das Raster legen wir vorher mit dem Auftraggeber fest, spachteln die Fugen dunkler vor und kleben sie mit Moosgummiband ab. Dann werden die Felder einzeln beschichtet. Nach dem Entfernen des Bandes liegt die dunkle Fuge etwas tiefer. Das wirkt realistischer als Stoß auf Stoß, braucht aber mehr Zeit.

Wie lange dauert so eine Mauersanierung mit Schalbetonoptik?

An dieser Mauer waren es elf Arbeitstage und rund 160 Arbeitsstunden, an der Wand etwa 2,7 Stunden je Quadratmeter und an der Mauerkrone knapp anderthalb Stunden je Meter. Den Takt bestimmen die Trocknungszeiten zwischen den Schichten. Auf eine andere Mauer lässt sich das nicht eins zu eins übertragen.

Kann ich die Schalbetonoptik als Material kaufen?

Unsere Schalbetonoptik „realistischer Sichtbeton Look“ gibt es nicht im Onlineshop, sie ist ein Anfrageprodukt für Betriebe. Schreib uns, wenn du sie für ein Projekt brauchst. Grundierungen, PolyPlus, das Gewebe und die Imprägnierung PolySealer NANO findest du in unserem Bestellschein.

Fazit

Erst dicht, dann neu gestaltet

Als wir zum ersten Mal an dieser Mauer in Hohenstein-Ernstthal standen, war schnell klar, dass ein neuer Anstrich das Problem nur wieder zudecken würde. Die Farbe, vor etwa acht bis neun Jahren ohne Untergrundvorbehandlung aufgetragen, blätterte in Platten ab. Auf der Mauerkrone hatte sich früher aufgespachtelter Mörtel in Schollen gelöst, weil es dort weder eine Quarzbrücke noch eine Abdichtung gab. Über den Kopf war Feuchte in die Fläche gezogen, und an zwei Stellen hatte der Frost den Beton bis zur Bewehrung aufgesprengt.

Gewünscht war eine Mauer, die wieder nach Beton aussieht und draußen lange hält. Also haben wir nicht mit der Gestaltung angefangen, sondern mit der Reparatur. Die Bewehrung haben wir freigelegt, entrostet und gegen Korrosion geschützt und die Stellen mit Mörtelschlemme und Sanierungsmörtel wieder aufgebaut. Die Mauerkrone haben wir geschliffen, zweimal mit Epoxidharz abgedichtet, in die zweite Lage Quarzsand eingestreut, gespachtelt, retuschiert und dreimal versiegelt. Das Abschleifen der Wand lief im selben Zug mit.

Erst danach kam die kreative Wandgestaltung. Auf Grundierung, Glasfasergewebe und Grundspachtel haben wir das Fugenraster dunkel vorgespachtelt, mit Moosgummiband abgeklebt und Feld für Feld mit unserer Schalbetonoptik betoniert, für außen als 2K-Mörtel angemischt. Jedes Feld lag unter Schalbetonfolie und wurde am nächsten Tag ausgeschalt. Zum Schluss kam die Imprägnierung mit PolySealer NANO, die im Außenbereich dazugehört wie das Dach zum Haus.

Heute hat die Mauer wieder Betoncharakter, mit Architektur durch das Raster, mit Poren und Lunkern in Maßen und einer wolkigen Changierung statt einer gleichmäßigen Farbfläche. Was du daraus für deine eigene Mauer mitnehmen kannst, hat eine Grenze: Die rund 160 Arbeitsstunden gehören zu genau diesem Schadensbild, mit offener Bewehrung und einer Krone, an der mehr als ein Viertel der Zeit hing. Für die Sanierungsstellen gibt es kein Nachher-Foto vom gleichen Standpunkt, weil sie heute unter der Beschichtung liegen.

Und noch etwas haben wir an dieser Mauer wieder gesehen. Wer an der Mauerkrone spart, spart an der falschen Stelle. Ein Anstrich über den Kopf sieht für ein paar Jahre gut aus, dann sandet die Krone wieder aus und das Wasser nimmt denselben Weg wie vorher. Die Abdichtung oben ist das, was die ganze neue Oberfläche darunter schützt.

Erst die Bewehrung saniert, dann die Mauerkrone dicht gemacht, dann die Wand in Schalbetonoptik gestaltet: In dieser Reihenfolge hält die neue Oberfläche auch draußen.

Kurz eingeordnet

  • Grün: Belegt

    • Bewehrung freigelegt, entrostet und mit Korrosionsschutz, Mörtelschlemme und Sanierungsmörtel repariert.
    • Mauerkrone zweimal mit Epoxidharz und Quarzsand abgedichtet und dreimal versiegelt.
    • Wand in Schalbetonoptik mit Tiefenfuge im Raster und Nano-Imprägnierung. Jeder Schritt ist im Bautagebuch und mit Fotos und Videos festgehalten.
  • Gelb: Nur Richtwert

    • Rund 160 Arbeitsstunden, 2,7 Stunden je Quadratmeter Wand und knapp anderthalb Stunden je Meter Krone gelten für dieses Schadensbild und diese Mauer.
    • Trocknungszeiten und Wetter bestimmen den Takt, draußen mehr als innen.
    • Von den Sanierungsstellen und vom Spachteln der Krone gibt es keine Fotos vom fertigen Schritt, dort beschreiben wir das Ergebnis.
  • Rot: Geht nicht

    • Über offene Bewehrung einfach spachteln oder beschichten: Der Rost arbeitet weiter und sprengt die neue Oberfläche ab.
    • Die Mauerkrone nur überstreichen: Das Wasser zieht wieder über den Kopf in die Wand.
    • Schalbetonoptik draußen ohne Imprägnierung übergeben.

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Kreative Wandgestaltung · Ausführung rauMKult® Sichtbeton - pure surface art