Referenz · Betonkosmetik

Fünf Fertigteile, eine Wand. Aufgewertet bis SB3.

Als wir zum ersten Mal an der Treppe im Zentralen Sächsischen Bohrkern- und Probenarchiv in Freiberg standen, sah die Wandstele aus fünf Betonfertigteilen nicht so aus, wie sie bestellt war: Lagerabdrücke vom Transport, Schwarzabrieb, offene Fugen und ein Deckenspiegel, der mit Mörtel überzogen war. Zu zweit haben wir die Wand über zwei Geschosse und auf beiden Seiten repariert, die Fugen hart geschlossen und vollflächig retuschiert, bis die fünf Teile wieder wie eine Wand wirken. Hier zeigen wir dir, was wir vorgefunden haben, wie wir vorgegangen sind und wie viel Arbeit darin steckt.

Betonfertigteil-Wandscheibe im Obergeschoss nach der Betonkosmetik, von rechts
SB3 abgenommen

Vom Auftraggeber, in Teilen fast SB4

Wandscheibe 2 nachher, von rechts fotografiert.

Das Projekt in Zahlen

Fünf Fertigteile, zwei Geschosse, beide Seiten.

55m²

Wandfläche, beidseitig bearbeitet

  • 2 große Fertigteile oben
  • 3 gleich breite unten
  • je Seite 27,5 m²

12lfm

Fertigteilfuge hart geschlossen

15lfm

Laibungen

6lfm

Dreikantfasen wiederhergestellt

52,5

Arbeitsstunden

SB3

vom Auftraggeber abgenommen, in Teilen fast SB4

30lfm

Unterzug in der Halle, zusätzlich

Die Aufgabe

Ziel SB3, an einer Wand, die jeder sieht.

Die Wand steht im repräsentativen Bereich des künftigen Nutzers, direkt an der Treppe, die ins andere Geschoss führt. Sie soll Sichtbeton bleiben und dort der Blickfang sein, an dem jeder vorbeigeht.

Bestellt waren die Fertigteile in der Sichtbetonklasse SB3, geliefert und montiert wurden sie aber nicht in dieser Qualität. Dazu hatten Transport und Montage ihre Spuren hinterlassen, von den Lagerabdrücken der Hölzer bis zum Verguss, der über die Decke ausgelaufen war. Deshalb kam der Anruf bei uns.

Die Stele besteht aus fünf Fertigteilen und ist in beiden Geschossen gleich breit. Oben sind es zwei große Teile mit einer Fuge dazwischen, unten drei gleich breite Teile mit zwei Fugen. Wir haben sie auf beiden Seiten bearbeitet, je Seite 27,5 m², zusammen 55 m². Zwischen den Geschossen liegt ein 30 cm breiter Deckenspiegel, der schon einmal gespachtelt worden war, mit einem Mörtel, der zu Sichtbeton nicht passt. Den haben wir zuerst abgeschliffen und korrigiert.

Ziel war SB3, und zwar so, dass man die Fugen zwischen den Fertigteilen am Ende nicht mehr wahrnimmt und die Teile über beide Geschosse wie eine Wand wirken. Die Poren gehören zum Beton, die schließen wir nicht. Repariert haben wir, was beschädigt war, und danach die ganze Stele auf beiden Seiten vollflächig retuschiert statt Stelle für Stelle.

Was wir vorgefunden haben

Acht Schäden, vom Lagerabdruck bis zur offenen Fuge.

Ein Tipp auf eine Karte öffnet alle Aufnahmen zu diesem Schaden.

  • Lagerabdrücke

    Beim Transport lagen die Fertigteile auf Hölzern, und genau diese Stellen haben sich als Lagerabdrücke auf der Oberfläche abgezeichnet. An Wandscheibe 2 im Obergeschoss waren sie auf der linken Seite großflächig zu sehen.

  • Schwarzabrieb, Verfärbungen und ausgelaufener Verguss

    An Wandscheibe 1 im Obergeschoss war Betonverguss über die Decke ausgelaufen. Dazu kamen Schwarzabrieb aus Transport und Montage, Verfärbungen und Verschmutzung über die ganze Fläche.

  • Offene Fertigteilfugen

    Die Fugen zwischen den Fertigteilen waren teils offen, teils schlecht verschlossen, zusammen 12 laufende Meter. Damit die Teile als eine Wand wirken, müssen sie hart geschlossen werden, in der Tiefe mit dem Unterstopfmörtel von Pagel, einem Sanierungsmörtel für Fugen, und obenauf mit einer Oberfläche, die zum Beton daneben passt.

  • Deckenspiegel mit Mörtel überzogen

    Der 30 cm breite Deckenspiegel zwischen den Geschossen war schon einmal gespachtelt worden. Der Mörtel war über die Fläche gezogen und hatte mit der Oberfläche von Sichtbeton nichts zu tun, deshalb mussten wir ihn zuerst wieder herunterschleifen.

  • Ausgebrochene Dreikantfasen und Schleifspuren

    An den Wandflanken waren die Dreikantfasen unsauber ausgebrochen. Die Flanken selbst waren schon einmal mit Diamant geschliffen worden, und die Schleifspuren, die dabei entstanden sind, mussten wir mit angleichen.

  • Kiesnester

    Wo beim Betonieren Zementleim fehlt, liegt die Gesteinskörnung frei. Die großen Kiesnester saßen nicht an der Stele, sondern an separaten Bauteilen. Dort haben wir nur lokal gearbeitet: zweimal grob gespachtelt, jeweils mit Trockenzeit, fein nachgearbeitet und später zweimal lokal retuschiert.

  • Abplatzungen

    Die größte Abplatzung war etwa 15 Zentimeter groß, dazu kamen weitere, kleinere. Solche Stellen bereiten wir vor, grundieren sie und bauen sie mit Grobspachtel wieder auf.

  • Betonnasen, Rost und Kratzer

    Auf den Wandscheiben und an den Flanken fanden wir heruntergelaufene Betonnasen, Rostflecken und Rostläufer, Kratzer und Beschädigungen verschiedenster Art. Betonnasen entfernen wir schonend, damit die Betonhaut darunter nicht verletzt wird.

Wie viel Arbeit steckt drin?

52,5 Stunden, und wohin sie gegangen sind.

Gezählt sind die Stunden von uns beiden zusammen, der Unterzug in der Halle ist eingeschlossen. Ein Tipp auf einen Balken springt zum Arbeitsgang.

So sind wir vorgegangen

Fünf Arbeitsgänge, zu zweit an einer Wand.

Alle Fotos und Videos stammen von diesem Projekt. Ein Tipp vergrößert sie, ein Symbol markiert ein Video.

  1. Reinigen und Vorbereiten · 11 Stunden · 21 %

    Erst sauber machen, ohne die Betonhaut zu verletzen

    Angefangen haben wir mit den Dreikantfasen. Wo sie unsauber ausgebrochen waren, haben wir sie mit der Schleifmaschine und dem Diamantaufsatz wiederhergestellt, auf zusammen 6 laufenden Metern, damit die Kante wieder eine saubere Linie hat.

    Danach ging es ans Reinigen. Rostflecken, Rostläufer, Betonläufer, Kratzer und Schwarzabrieb sind wir zuerst von Hand mit Schleifpapier und Schaber angegangen. Das ist das schonende Verfahren ohne Maschine: Die Betonhaut bleibt unverletzt, und wo sie heil bleibt, braucht es später keine aufwendige Spachtelarbeit. Erst im Anschluss haben wir die Flächen mit dem Langhalsschleifer flächig gereinigt.

    Auf diesem Fertigteil kommt man damit allerdings an eine Grenze. Der Beton ist auf einer Seite so hart und hat so wenig Zementleim, dass das Schleifvlies kaum etwas ausrichtet und die Verschmutzungen fast vollständig bleiben. Das Video zeigt es deutlich, und es ist einer der Gründe, warum wir die Stele später vollflächig retuschiert haben. Im selben Arbeitsgang haben wir den gespachtelten Deckenspiegel abgeschliffen und korrigiert, die Abplatzungen vorbereitet und an den separaten Bauteilen die großen Kiesnester.

    Werkzeug: Schleifmaschine mit Diamantaufsatz, Schleifpapier, Schaber, Langhalsschleifer mit Schleifvlies.

    Video: Reinigung eines sehr harten Betonfertigteils mit dem Langhalsschleifer, Verschmutzung bleibt sichtbar
    Im VideoHartes Fertigteil: Hier hilft das Schleifvlies kaumEin klassisches Beispiel auf einem Betonfertigteil. Der Beton ist auf dieser Seite so hart und hat so wenig Zementleim, dass beim Reinigen mit Langhalsschleifer und Schleifvlies kaum etwas weggeht.Warum das bei dichtem Fertigteilbeton oft so ist und was dann trotzdem hilft, steht in unserem Merkblatt Reinigen von Beton.
  2. Grob- und Mittelkosmetik · 18 Stunden · 34 %

    Fugen hart schließen, Fehlstellen wieder aufbauen

    Mit der Grobkosmetik ging es an die 12 laufenden Meter Fertigteilfuge. Hart schließen heißt hier: Den tiefen Fugenvorschluss haben wir mit dem Unterstopfmörtel von Pagel gemacht, einem Sanierungsmörtel, der speziell für Fugen gedacht ist. Darauf kam unsere Betonkosmetik grob, die Struktur haben wir mit dem Betonkosmetik Allrounder nachgebildet und danach mit dem X-Fine Betonkosmetik Extrafeinspachtel fein nachgearbeitet, bevor später die Retusche mit Beton Revive kam. So passen Oberfläche und Finish am Ende zum Beton daneben, und man nimmt die Fuge nicht mehr wahr. Im selben Gang haben wir 15 laufende Meter Laibungen und die Abplatzungen gefüllt.

    Am nächsten Morgen haben wir die Grobkosmetik nachbehandelt und erneut grundiert. Die großen Kiesnester an den separaten Bauteilen haben wir zweimal grob gespachtelt, mit Trockenzeit dazwischen, und anschließend alle übrigen Stellen an den Wandscheiben fein gespachtelt. Wo gefüllt wurde, bekommt die Oberfläche mit dem Allrounder ihre Struktur, damit die Stelle zum Beton drumherum passt.

    Mit 18 Stunden steckt in diesem Arbeitsgang die meiste Zeit. Das liegt an den Trockenzeiten zwischen den Schichten und daran, dass jede Fuge und jede Fehlstelle einzeln aufgebaut wird.

    Material: Unterstopfmörtel von Pagel (Sanierungsmörtel für Fugen) für den tiefen Fugenvorschluss, Betonkosmetik grob als Grob- und Tiefenspachtel für Schichten bis 5 cm, Betonkosmetik Allrounder zum Strukturieren, X-Fine Betonkosmetik Extrafeinspachtel. Werkzeug: Spachtel und Kantenspachtel.

  3. Feinkosmetik und Vorretusche · 10 Stunden · 19 %

    Nachschleifen und den ersten Farbgang auftragen

    Nach dem Spachteln kam die Vorretusche auf die Wandscheiben, auch Grundierungsretusche genannt. Sie ist der erste Farbgang, auf dem die eigentliche Retusche danach aufbaut.

    Am Morgen darauf haben wir die Vorretusche zwischengeschliffen und an den separaten Bauteilen die Kiesnester fein gespachtelt. Jede gespachtelte Stelle wird mit Schleifpapier nachbehandelt, an den hohen Wandscheibenflanken von der Hubbühne aus, so wie im Video.

    Nebenher haben wir den Unterzug in der Halle einseitig vorbereitet und grundiert, damit er im nächsten Arbeitsgang weitergehen konnte.

    Material: X-Fine Betonkosmetik Extrafeinspachtel, Beton Revive in hellem Betonton für die Vorretusche. Werkzeug: Schleifpapier, Hubbühne.

  4. Retusche vollflächig · 6 Stunden · 11 %

    Vollflächig retuschieren statt Stellen zu flicken

    Die Stele haben wir nicht Stelle für Stelle retuschiert, sondern komplett und auf beiden Seiten vollflächig. Das Ziel war SB3, und dafür mussten auch die Verfärbungen verschwinden, die sich durch das Schleifen nicht entfernen ließen. Mit einer lokalen Retusche wären sie geblieben, deshalb haben wir sie flächig überdeckt. Im Video siehst du es an Wandscheibe 2.

    Gearbeitet haben wir mit der Betonlasur Beton Revive in zwei Farbtönen und einer großen Naturschwammrolle. Die Retusche trägt nicht auf: Auf dem Detailfoto siehst du, dass die kleinen Poren offen und erhalten bleiben. Ein Farbanstrich würde sie zudecken, und die Wand sähe aus, als hätte sie ein Maler gestrichen.

    In Stunden ist das der kürzeste Arbeitsgang. Was du auf den Nachher-Bildern siehst, ist trotzdem zum großen Teil sein Ergebnis.

    Material: Beton Revive, die Betonretusche als Lasur, in zwei Farbtönen. Werkzeug: große Naturschwammrolle.

    Video: Handwerker retuschiert eine Betonfertigteilwand vollflächig mit einer großen Naturschwammrolle
    Im VideoVollflächige Retusche mit der NaturschwammrolleRetusche mit der Betonlasur Beton Revive und einer großen Naturschwammrolle, hier an Wandscheibe 2. Vollflächig statt Stelle für Stelle, an der ganzen Stele auf beiden Seiten, weil das Ziel SB3 ist.
  5. Unterzug Halle und Nachretusche · 7,5 Stunden · 14 %

    Akzente nachretuschieren, Kiesnester angleichen, Unterzug nacharbeiten

    Zum Schluss haben wir an der Stele die Akzente nachretuschiert. An den separaten Bauteilen haben wir die großen Kiesnester zweimal lokal retuschiert, mit einer Zwischenbehandlung dazwischen. Danach haben wir die Arbeitsplätze gesäubert und beräumt.

    Parallel lief eine Zusatzleistung in der Halle: An einem Unterzug haben wir einseitig die Aussandungen auf 30 laufenden Metern grob gefüllt und nachbehandelt. Davon gibt es keine Fotos, deshalb steht er hier nur im Text.

    Die Nachher-Bilder sind direkt nach dem letzten Arbeitsgang entstanden. An Wandscheibe 1 im Obergeschoss steht noch das Gerüst davor, auf dem wir gearbeitet haben, deshalb ist die Fläche dort nicht frei zu sehen.

    Material: Beton Revive in zwei Farbtönen, Betonkosmetik grob als Grobspachtel für Schichten bis 2,5 cm.

Der Verlauf

Ein Kiesnest, vier Aufnahmen.

Das große Kiesnest saß an einem separaten Bauteil, nicht an der Stele. Beim Weiterlesen wechselt das Bild von der Ausgangslage bis zum Ergebnis.

Großes Kiesnest 1 an einem separaten Bauteil, nicht an der Stele

  1. Großes Kiesnest 1 an einem separaten Bauteil, nicht an der Stele, Vorher: Großes Kiesnest mit freiliegender Gesteinskörnung an einem separaten Betonbauteil, vor der Bearbeitung

    Vorher

    So haben wir das große Kiesnest an einem der separaten Bauteile vorgefunden. Hier fehlt Zementleim, und die Gesteinskörnung liegt frei.

  2. Großes Kiesnest 1 an einem separaten Bauteil, nicht an der Stele, Grundiert: Grundiertes Kiesnest an einem separaten Betonbauteil vor dem Spachteln

    Grundiert

    Vorbereitet und grundiert. Danach haben wir das Kiesnest lokal zweimal grob gespachtelt, mit Trockenzeit dazwischen, und fein nachgearbeitet.

  3. Großes Kiesnest 1 an einem separaten Bauteil, nicht an der Stele, Nachher: Ehemaliges Kiesnest an einem separaten Betonbauteil nach Spachteln und Retusche

    Nachher

    Zweimal lokal retuschiert, mit einer Zwischenbehandlung dazwischen. Auf diesem Foto liegt etwas Gegenlicht.

  4. Großes Kiesnest 1 an einem separaten Bauteil, nicht an der Stele, Nachher, von der Seite: Ehemaliges Kiesnest an einem separaten Betonbauteil nach der Betonkosmetik, seitlich aufgenommen

    Nachher, von der Seite

    Dieselbe Stelle, etwas von der Seite aufgenommen.

Vorher und nachher

Jedes Fertigteil für sich.

Tippe im Aufriss auf eine Wandscheibe oder Flanke und ziehe den Regler. Für Fugen und Deckenspiegel gibt es keine Nachher-Fotos.

Wandscheibe 3UntergeschossFertigteil 5UntergeschossFlanke 2

Schematisch, nicht maßstäblich: in beiden Geschossen gleich breit, oben zwei Teile mit einer Fuge, unten drei gleich breite Teile mit zwei Fugen, dazwischen der 30 cm breite Deckenspiegel.

  • Vorher und nachher
  • Kein Nachher-Foto
  • Fertigteilfuge
Vorher: Betonfertigteil-Wandscheibe im Obergeschoss vor der Betonkosmetik, mit Lagerabdrücken, Verfärbungen und offenen Fugen Nachher: Dieselbe Wandscheibe nach der Betonkosmetik, von links aufgenommen, mit Arbeitsgerüst vor der Fläche
Wandscheibe 1 im Obergeschoss vorher: Lagerabdrücke, Verfärbungen, über die Decke ausgelaufener Verguss, offene Fugen, Schwarzabrieb und Verschmutzung. An den Flanken sind die Dreikantfasen unsauber ausgebrochen, und die Flanken zeigen Schleifspuren vom Diamantschliff. Wandscheibe 1 im Obergeschoss nachher, von links. Das Gerüst, auf dem wir gearbeitet haben, steht noch davor, deshalb ist die Fläche nicht frei zu sehen.

Wandscheibe 1 · Obergeschoss

Wandscheibe 1, Obergeschoss

Vorher mit Lagerabdrücken, Verfärbungen, ausgelaufenem Verguss, offenen Fugen und Schwarzabrieb. Nachher steht noch das Gerüst davor, auf dem wir gearbeitet haben, deshalb ist die Fläche nicht frei zu sehen.

Vorher: Betonfertigteil-Wandscheibe im Obergeschoss von links, verschmutzt und mit großen Lagerabdrücken, vor der Bearbeitung Nachher: Dieselbe Wandscheibe von links nach Betonkosmetik und vollflächiger Retusche im fertigen Zustand
Wandscheibe 2 vorher, von links fotografiert: verschmutzt und mit großen Lagerabdrücken auf der linken Seite. Wandscheibe 2 nachher, im fertigen Zustand, von links fotografiert.

Wandscheibe 2 · Obergeschoss

Wandscheibe 2, Obergeschoss

Beide Aufnahmen von links. Vorher verschmutzt und mit großen Lagerabdrücken auf der linken Seite, nachher repariert und vollflächig retuschiert.

Nahaufnahme von grob verspachteltem Mörtel am Deckenspiegel einer BetonwandKein Nachher-Foto
Nahaufnahme der Spachtelstelle am Deckenspiegel: Der Mörtel ist über die Fläche gezogen und hat mit der Oberfläche von Sichtbeton nichts zu tun.

Deckenspiegel · 30 cm

Deckenspiegel mit Mörtel überzogen

Der 30 cm breite Deckenspiegel zwischen den Geschossen war schon einmal gespachtelt worden. Der Mörtel war über die Fläche gezogen und hatte mit der Oberfläche von Sichtbeton nichts zu tun, deshalb mussten wir ihn zuerst wieder herunterschleifen.

Vorher: Betonfertigteil-Wandscheibe im Untergeschoss vor der Betonkosmetik Nachher: Dieselbe Wandscheibe mit Seitenflanke nach der Betonkosmetik, von links aufgenommen
Wandscheibe 4 im Untergeschoss, vorher. Wandscheibe 4 mit Seitenflanke nachher, von links aufgenommen.

Wandscheibe 4 · Untergeschoss

Wandscheibe 4, Untergeschoss

Die Wandscheibe im Untergeschoss vorher und nachher, das Nachher-Foto mit Seitenflanke und von links aufgenommen. Durch Gegenlicht wirkt es etwas dunkler.

Vorher: Seitenflanke einer Betonfertigteil-Wandscheibe vor der Bearbeitung Nachher: Seitenflanke einer Betonfertigteil-Wandscheibe nach der Betonkosmetik
Wandscheibenflanke 1, vorher. Wandscheibenflanke nachher.

Flanke 1

Wandscheibenflanke

Die Flanke vorher und nach Spachteln, Nachschleifen und Retusche.

Teilweise offene Fuge zwischen zwei Betonfertigteilen, vor der HartverfugungKein Nachher-Foto
Fertigteilfuge vorher: teils offen, teils schlecht verschlossen.

Fugen

Offene Fertigteilfugen

Die Fugen zwischen den Fertigteilen waren teils offen, teils schlecht verschlossen, zusammen 12 laufende Meter. Damit die Teile als eine Wand wirken, müssen sie hart geschlossen werden, in der Tiefe mit dem Unterstopfmörtel von Pagel, einem Sanierungsmörtel für Fugen, und obenauf mit einer Oberfläche, die zum Beton daneben passt.

Was verbaut wurde

Sechs Werkstoffe, von tief nach dünn.

Vom Mörtel für die tiefe Fuge bis zur Lasur, die nicht aufträgt.

  1. Sanierungsmörtel (Unterstopfmörtel für Fugen)

    Für die tiefe Fuge

    Ein Unterstopfmörtel speziell für Fugen. Damit haben wir die Fertigteilfugen in der Tiefe geschlossen, bevor die Betonkosmetik darauf kam.

    Unterstopfmörtel von Pagel

  2. Grob- und Tiefenspachtel

    Für tiefe Stellen

    Für die grobe Lage auf den Fugen, für Kiesnester, Abplatzungen und Fehlstellen mit Schichten bis 5 cm.

    Betonkosmetik grob zum Bestellschein: Betonkosmetik grob

  3. Grobspachtel

    Für mittlere Tiefen

    Für Schichten bis 2,5 cm.

    Betonkosmetik grob zum Bestellschein: Betonkosmetik grob

  4. Allrounder zum Strukturieren

    Für die Oberfläche

    Gibt gefüllten Stellen ihre Struktur zurück, damit sie zum Beton daneben passen.

    Betonkosmetik Allrounder zum Bestellschein: Betonkosmetik Allrounder

  5. Extrafeinspachtel

    Für die Feinkosmetik

    Für die Fugen nach dem Allrounder, die vielen kleinen Stellen an den Wandscheiben und die Kiesnester im letzten Gang.

    X-Fine Betonkosmetik Extrafeinspachtel zum Bestellschein: X-Fine Betonkosmetik Extrafeinspachtel

  6. Retusche als Betonlasur

    Für den Farbton

    Vorretusche und vollflächige Retusche der Stele in zwei Farbtönen, mit der Naturschwammrolle aufgetragen. Sie trägt nicht auf, die Poren bleiben offen.

    Beton Revive zum Bestellschein: Beton Revive

Die Betonhaut von Wandscheibe 2 nachher, von der Seite: Die Retusche trägt nicht auf, die kleinen Poren sind offen und erhalten und nicht wie bei einem Anstrich zugedeckt.

Fazit

Fünf Fertigteile, eine Wand

Als wir zum ersten Mal an der Treppe im Bohrkernarchiv in Freiberg standen, war schnell klar, warum man uns angerufen hatte. Die Wandstele aus fünf Betonfertigteilen war in der Sichtbetonklasse SB3 bestellt, so sah sie aber nicht aus. Transport und Montage hatten ihre Spuren hinterlassen: Lagerabdrücke von den Hölzern, Schwarzabrieb, Verfärbungen und Verguss, der über die Decke ausgelaufen war. Die Fugen zwischen den Teilen waren teils offen, teils schlecht verschlossen, an den Flanken waren die Dreikantfasen unsauber ausgebrochen, und dazu kamen Abplatzungen bis etwa 15 Zentimeter, Betonnasen und Kratzer. Die großen Kiesnester saßen nicht an der Stele, sondern an separaten Bauteilen daneben.

Für den künftigen Nutzer ist das keine Wand im Nebenraum. Sie steht im repräsentativen Bereich, direkt an der Treppe ins andere Geschoss, und soll dort Sichtbeton bleiben und ein Blickfang sein. Das Ziel war deshalb SB3, und zwar so, dass man am Ende keine fünf Einzelteile mehr sieht, sondern eine Wand über zwei Geschosse. Zwischen den Geschossen kam der Deckenspiegel dazu, ein 30 Zentimeter breiter Streifen, der schon einmal mit Mörtel überspachtelt worden war. Dieser Mörtel passt zu Sichtbeton nicht, also haben wir ihn zuerst abgeschliffen und korrigiert.

Zu zweit haben wir beide Seiten bearbeitet. Angefangen haben wir mit den Dreikantfasen und dem Reinigen, zuerst von Hand mit Schleifpapier und Schaber, damit die Betonhaut heil bleibt, und danach flächig mit dem Langhalsschleifer. Auf diesem Fertigteil kommt man damit allerdings nicht weit, weil der Beton so hart ist und so wenig Zementleim hat, dass die Verschmutzung fast vollständig bleibt. Danach haben wir die Fertigteilfugen hart geschlossen, in der Tiefe mit dem Unterstopfmörtel von Pagel, einem Sanierungsmörtel für Fugen, und darauf mit unserer Betonkosmetik grob, dem Betonkosmetik Allrounder für die Struktur und dem X-Fine Betonkosmetik Extrafeinspachtel. Laibungen und Abplatzungen haben wir grob und fein aufgebaut. Zum Schluss haben wir die ganze Stele auf beiden Seiten nicht Stelle für Stelle retuschiert, sondern vollflächig, mit Beton Revive in zwei Farbtönen und einer großen Naturschwammrolle. Nur so ließen sich die Verfärbungen, die das Schleifen nicht weggebracht hat, gleichmäßig überdecken. An den separaten Bauteilen mit den großen Kiesnestern war das nicht nötig, dort haben wir lokal gespachtelt und lokal retuschiert.

Am Ende hat der Auftraggeber die Wand in SB3 abgenommen, und in Teilen ist sie sogar fast SB4. Die Fugen nimmt man nicht mehr wahr, die fünf Fertigteile wirken wie aus einer Wand, und die kleinen Poren sind offen geblieben, weil die Retusche nicht aufträgt. Die Wand sieht nach Beton aus und nicht nach einem Anstrich. Was du daraus für dein eigenes Projekt mitnehmen kannst, hat aber eine Grenze: Die drei Arbeitstage und die 52,5 Stunden gehören zu genau diesem Schadensbild und schließen einen Unterzug in der Halle ein, den wir zusätzlich nachgearbeitet haben. Daraus lässt sich weder ein Preis je Quadratmeter noch eine feste Dauer für eine andere Wand ableiten. Für die Fugen, den Deckenspiegel und den Unterzug haben wir außerdem keine Nachher-Fotos, dort beschreiben wir das Ergebnis nur.

Und noch etwas haben wir an dieser Wand wieder gesehen. Ein Mörtel, der schnell über eine Fehlstelle gezogen wird, spart am Anfang Zeit und kostet sie später doppelt, weil er wieder herunter muss, bevor die eigentliche Arbeit beginnen kann. Dasselbe gilt für Flanken, die ohne Erfahrung mit Diamant geschliffen werden. Betonkosmetik ist eine Investition in eine dauerhafte Aufwertung, und die gelingt am besten, wenn sie von Anfang an als eigenes Handwerk gemacht wird.

Die Fertigteile an der Treppe sind jetzt das, was bestellt war: Sichtbeton in SB3, vom Auftraggeber abgenommen, in Teilen fast SB4, und eine Wand über zwei Geschosse, an der man die Fugen nicht mehr wahrnimmt.

Kurz eingeordnet

  • Grün: Belegt

    • SB3 erreicht und vom Auftraggeber abgenommen, in Teilen fast SB4.
    • Die 12 laufenden Meter Fertigteilfuge sind hart geschlossen, die fünf Fertigteile wirken wie eine Wand.
    • Die Retusche trägt nicht auf, die kleinen Poren sind offen und erhalten. Das Detailfoto zeigt es.
    • Jeder Arbeitsschritt und jede Stunde ist im Bautagebuch und mit Fotos und Videos festgehalten.
  • Gelb: Nur Richtwert

    • Die 52,5 Stunden und die drei Arbeitstage gelten für dieses Schadensbild und schließen den Unterzug in der Halle ein. Auf eine andere Wand lassen sie sich nicht übertragen.
    • Wie viel das Reinigen bringt, hängt von der Härte des Fertigteils ab. Hier hat das Schleifvlies kaum gewirkt, auf anderem Beton kann es mehr bringen.
    • Für Fugen, Deckenspiegel und Unterzug gibt es keine Nachher-Fotos. Das Ergebnis dort beschreiben wir, zeigen können wir es nicht.
  • Rot: Geht nicht

    • Mörtel einfach über Fehlstellen oder den Deckenspiegel ziehen: Das passt nicht zu Sichtbeton und muss später wieder herunter.
    • Die Wand überstreichen oder die Poren zuspachteln: Dann sähe sie aus wie gemalt und nicht mehr nach Beton.
    • Aus dieser Referenz einen Festpreis je Quadratmeter, eine feste Dauer oder die Zusage ableiten, dass jedes Fertigteil SB4 erreicht.

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